DER TANZ UND DAS KINO

Ein Interview mit der Kuratorin Prof. Dr. Ursula von Keitz über die Ausstellung "Der Tanz und das Kino - Alles bewegt sich", im Filmmuseum Potsdam (noch bis 22. April 2018 zu sehen). In Zusammenarbeit mit der Zeitschrift «tanz»

Beim Thema Tanz und Film denken viele vielleicht an die großen Hollywood-Filmmusicals oder ihre 80er-Jahre-Epigonen wie "Grease", "Saturday Night Fever", "Dirty Dancing" oder "Flash Dance". In Wirklichkeit ist das Thema aber extrem umfangreich, komplex und spannend. So spannend, dass der Apetit nach dem Besuch der Ausstellung im Filmmuseum Potsdam erst so richtig geweckt wird.

Schon der Ausschnitt aus "Der Abgrund" mit Asta Nielsen aus dem Jahr 1910 überrascht: Wer den ansieht (übrigens sehr schön präsentiert), begreift erstens, dass es sexuell und sozial selbstbestimmte Frauen schon am Beginn des letzten Jahrhunderts gab und zweitens, dass das "Tanz und Film" als Thema so alt ist, wie der Film selbst. Und extrem vielfältig: Es gibt Tanzfilme, Ballettfilme, Musicals, Backstage Musical- und Tanzfilme (z.B. "Black Swan"), Tänzer- und Choreographen-Portraits, Tanz- und Ballettdokumentationen (z.B. "Pina" von Wim Wenders) sowie Filme, in denen das Thema Tanz und/oder Choreographie essentielle Bedeutung zukommt (z.B. "Der Kongress tanzt" bis hin zu "Olympia" von Leni Riefenstahl). Zentrale Klammer der choreographierten Bewegung der Filme der 20er und 30er Jahre ist außerdem die Chorusline, die mit ihren Massenchoreographien die Filme von Busby Berkely mit Phänomenen wie der legendären Radio City Music Hall und letztlich auch den Aufmärschen der Nationalsozialisten verbindet.

Mehr zum Thema in der aktuellen Ausgabe unserer Partnerzeitschrift «tanz».