BALLETT AVANTGARDE - WAYNE MCGREGOR

Wayne McGregor ist der neue Stern am Himmel des Royal Ballets. Mit seinem Dreiteiler 'Chroma', 'Infra' und 'Limen' setzt er neue Maßstäbe für die choreographische Verbindung von klassischer Ballettkunst mit avantgardistischer Formen-, Körper- und Raumästhetik. Für seine außerordentlichen Leistungen in der Erforschung humanwissenschaftlicher Themen mit den Mitteln des Tanzes wurde Wayne McGregor 2009 von Fachjournalisten der Zeitschrift 'ballett-tanz' zum besten Choreographen gewählt und 2011 mit dem Titel 'Commander of the British Empire' ausgezeichnet.

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Die Vielseitigkeit des Talents von Wayne McGregor zeigt sich an den Werken Chroma, Infra und Limen, die er für das Royal Ballet geschaffen hat, wo er auch derzeit als Hauschoreograph tätig ist. mit seinen Choreographien verfolgt McGregor die Erforschung der inneren Strukturen des menschlichen Körpers, der Seele und des Geistes. Seine vielschichtigen und und ästhetischen Tanzwerke faszinieren den Betrachter mit einer Mischung aus visuellen, sinnlichen und kinesthetischen Reizen.

 

Wie so oft in McGregors Werken kann man hier die Bewegungen der Tänzer als rein abstrakt, als physikalische Darstellung der Musik sehen. Aber eine erzählerische, emotionale Interpretation ist ebenso berechtigt. Für McGregor ist die menschliche Gestalt von Natur aus dramatisch. Andererseits können die extremen Bewegungen als Versuch des Choreografen und seiner Tänzer gelesen werden, die Grenzen der körperlichen Möglichkeiten auszutesten oder, metaphorischer gesehen, als Symbol für die Suche nach Transzendenz. Von Anfang an stellt McGregors Werk immer wieder die gleichen Fragen: Wer sind wir, wie stehen wir in Verbindung und welches ist unser Platz im Universum? Der letzte Teil von Chroma vereint die zehn Mitglieder der Besetzung auf der Bühne. Waren wir Zeugen einer Reise? Einer Geschichte? Die Tatsache, dass die Besetzung genauso regungslos endet wie sie begann, impliziert, dass sich hier in gewisser Weise der Kreis wieder schließt. Aber wie bei allen Tanzstücken von McGregor liegt es an dem Zuschauer selbst, dies festzumachen.

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