DIE FACETTEN DER ANNA NETREBKO

Die weltbekannte Sopranistin Anna Netrbeko kann man bei Klassik.TV in ganz unterschiedlichen Rollen bewundern: Als Traviata bei den Salzburger Festspielen, als Manon an der Wiener Staatsoper, im "Stabat Mater" von Pergolesi, zusammen mit Roberto Villazon beim legendären "Paris Concert" oder als Interpretin russicher Lieder mit Daniel Barneboim am Klavier.

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Schwarzmarktpreise stiegen in astronomische Höhen, verzweifelte Fans schickten Blankoschecks, einer bot gar eine zweiwöchige Karibikreise- und all das für ein einziges Premierenticket Schon im Vorfeld wurde Verdis La Traviata im Großen Festspielhaus als absoluter Höhepunkt der Salzburger Festspiele 2005 gefeiert. So durfte es nicht verwundern, dass die Aufführungen Wochen zuvor ausverkauft waren. Und trotzdem konnte jeder, der es wollte, das Ereignis miterleben. Live wurde es über den Äther geschickt, war im Fernsehen zu sehen und im Radio zu hören, zeitversetzt ließ es sich im Freien auf Großleinwand genießen.

Spätestens am Ende der ersten Vorstellung war klar, dass die russische Sopranistin fraglos eine Künstlerin mit bemerkenswertem Charisma ist, die überdies dazu beiträgt, die Gattung Oper weiten Kreisen zu erschließen. Unisono wurden in der internationalen Kritik ihre vokalen Qualitäten gewürdigt, ihre »glockenreinen Töne«, ihre »mühelos-lyrische Koloratur«, die »goldene Leuchtkraft« ihres Instruments. Die Neue Zürcher Zeitung brachte es auf den Punkt: »Dass Anna Netrebko über eine außerordentliche Stimme verfügt, steht außer Frage. Ihr Sopran ... kommt aus der Tiefe der Kehle, strahlt deshalb mit opulenter Resonanz, ohne dabei zur Schwere zu neigen. Das Timbre, kompakt und zugleich reich an Obertönen, ermöglicht ihr Kraftentfaltung, erlaubt ihr aber auch, den Bereich des Leisen mit ganz eigener Intensität zu erkunden.« Nicht um ihrer selbst willen stellte sie diese Fähigkeiten aus. Anna Netrebko nutzte sie für ein differenziertes Spiel und eine vollendete musikalische Umsetzung des Regiekonzepts von Willy Decker. Die Süddeutsche Zeitung kommentierte: Der Regisseur projiziert Netrebkos »gesellschaftliche Rolle in diese Künstleroper, er emanzipiert die Sängerin vom Medienstar Netrebko. Letzterer stirbt am Ende mit Violetta. Dafür wird die Künstlerin Anna Netrebko geboren.« Auch Le Monde konstatierte der Künstlerin eine bewegende und klare Darstellung der Tragödie Violettas: »Sie berührt auf ganz schlichte, ehrliche Weise«.

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