DISCOVERING BEETHOVEN

Klassik.TV zeigt die Gesamteinspielung der Beethoven-Symphonien mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Christian Thielemann. Die Neueinspielung, die in der aktuellen Beethoven-Rezeption Massstäbe setzt, wird durch eine neunteilige Dokumentation ergänzt, die den Dirigent im Gespräch mit dem renommierten Musikschriftsteller Professor Joachim Kaiser zu den Hintergründen dieser beispiellosen Produktion zeigt.
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Intensive Probenarbeit, eine weltweite Konzerttournee, Dreharbeiten, die sich von Dezember 2008 bis April 2010 erstreckten: Keine Frage, Christian Thielemann und die Wiener Philharmoniker haben mit BEETHOVEN 9, ihrem gemeinsamen Beethoven-Zyklus, ein in jeder Hinsicht gewaltiges Projekt verwirklicht. Gefilmt wurde in High Definition, die Musik für die Präsentation in 5.0 Surround Sound aufgenommen (aus künstlerischen Gründen wurde auf einen zusätzlichen Subwoover-Kanal verzichtet). Entstanden ist damit der erste Beethoven-Zyklus überhaupt, der der hochauflösenden Blu-ray-Technologie gerecht wird.

Zukunftsweisend ist Christian Thielemanns Beethoven aber noch in einer weiteren, künstlerisch gewichtigen Hinsicht: Nach Jahrzehnten, in denen schmale Besetzungen, extrem rasche Tempi und eine generell entromantisierte Sicht auf Beethovens Musik sakrosankt bis hin zur scheinbar unanfechtbaren Ausschließlichkeit waren, bildet Christi an Thielemann, gemeinsam vielleicht mit Daniel Barenbeim und Mariss Jansons, die Speerspitze einer Gegenbewegung, die sich für das klassisch-romantische Repertoire auf den musikalischen Reichtum und die noch immer unerreichte Expressivität eines Wilhelm Furtwängler rückbesinnt »Es gibt natürliche Regungen gegenüber einer melodischen Phrase, deren Auswirkungen Komponisten nie und nimmer in die Noten geschrieben hätten.« Dass man diesen, wie es Die Presse anlässlich einer Wiener Aufführung im Rahmen von Thielemanns Beethoven-Zyklus formulierte, wieder nachgeben darf, weist ebenso sinnhaft in die Zukunft, wie es sinnhaft in die Vergangenheit weist. Eine Einspielung sämtlicher Beethoven-Symphonien von außergewöhnlicher Qualität ist immer willkommen. Zu mal wenn sie von hervorstechender und stimmiger Eigenständigkeil geprägt ist.

 

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