KLassik.TV-Library:Warum finden wir Mozart genial? Wie konnte Beethoven trotz seiner Taubheit die Neunte schreiben? Was ist eigentlich der Tristan-Akkord?

Der Akkord, der keiner ist: Der Tristan-Akkord

Es gibt nur wenig musikalische Phänomene, deren Erforschung so viele Regalmeter in Bibliotheken füllt, wie der Tristan-Akkord. Die ganze Aufregung um einen einzelnen Akkord ist auch nur verständlich, wenn man die Hintergründe kennt. Mit dem Tristan-Akkord kündigt sich die engültige Auflösung einer jahrhundertelang unhinterfragten Gesetzmäßigkeit in der Musik an: Nämlich das Ende der Harmonielehre. Dabei ist das diabolische am Tristanakkord, dass er völlig logisch und verständlich, also keineswegs schräg oder modern klingt — und trotzdem harmonisch nicht zu erklären ist. Jeder Ton des Akkords ist ein Leitton, weshalb er auch so schön klingt. Aber es gibt eben keinen Grundton mehr. Und da wird allen Lehrmeistern sofort angst und bange. Sehen und hören Sie in unserem Beitrag, wie überirdisch schön der erste tödliche Stich zum langen Sterben der abendländischen Funktionsharmonik klingen kann...