Erwin Schrott als Escamillo in Carmen

Erwin Schrott im Konzertsaal

„Ein eitler Stierkämpfer... mit dunkler Stimme nach Männlichkeit duftend“, so schrieb ein begeisterter Kritiker über seine Darstellung des Escamillo an der Mailander Scala. Die Rolle des leidenschaftlichen Torero scheint ihm auf den Leib geschrieben.

Erwin Esteban Schrott Baladon wurde 1972 in einem Arbeiterviertel der uruguayischen Hauptstadt Montevideo geboren und begann schon im Knabenalter die Chöre der Stadt zu verzaubern. Erst der Kontakt zur Pianistin Emilia Rosa führte ihn aber auf den Weg eines Solisten. Trotz der, schon damals außergewöhnlichen Stimme, war der Beruf des Opernsängers kein Traumberuf für Erwin Schrott. Zu schwer wogen anfänglich die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Unsicherheiten und zu sehr begeisterte ihn das Gemeinschaftsgefühl im Chor.

„Der Beruf des Solisten birgt viele Gefahren, in jederlei Hinsicht“, sagt er selbst dazu. „Es gibt keine Garantie. Es ist, als ob sie aus einem Flugzeug ohne Fallschirm stürzen, doch die Lust am Fliegen ist größer als alle Angst.“

Doch Fliegen - das wollte er. Mit 22 gab er sein Debüt in Montevideo als Roucher in Andrea Chénier. Die internationale Operngemeinde wurde 1999 aufmerksam auf ihn, als er Placido Domingos Operalia Wettbewerb gewann, danach folgten zahllose Auftritte auf den großen Opernbühnen der Welt. So sang er die Titelrolle in Mozart Le Nozze de Figaro am Royal Opera House in Covent Garden oder in Barenboims Don Giovanni an der Berliner Staatsoper, um nur zwei seiner Stationen zu nennen.

Besonders beliebt beim Publikum sind natürlich auch seine Konzerte mit seiner Lebensgefährtin Anna Netrebko. Ob die Rolle des leidenschaftlichen Latinos nun bewusst gewählt oder eine Erfindung der Presse ist - wir wissen es nicht. Ein Genuss für alle Sinne sind die Auftritte von Erwin Schrott auf jeden Fall.