Jonas Kaufmann im Konzertsaal

Jonas Kaufmann wurde am 10. Juli 1969 in München geboren und wuchs dort auf. Die Liebe zur Musik wurde ihm und seiner Schwester schon früh vermittelt, der Vater spielte den Beiden - wohlgemerkt zu deren Vergnügen - jeden Sonntagmorgen eine gute alte Vinylplatte aus seiner Klassiksammlung vor. Aussuchen durften die Kinder. Der Großvater hub Wagner ins Klavier und sang (wenn nötig im Falsett) die Gesangspartien dazu. Eine wirklich außergewöhnliche musikalische Früherziehung...

 

Trotz alledem und auch diversen Betätigungen als Chorsänger während der Schulzeit stand für Jonas Kaufmann nicht das Berufsziel Sänger an oberster Stelle. Das begonnene Mathematikstudium wurde aber nach wenigen Semestern zugunsten des Gesangsstudiums an der Münchner Universität für Musik und darstellende Kunst aufgegeben. Es kostete Kaufmann zwar einige Überwindung, die auch von den Eltern gewünschte "sichere" Variante auszuschlagen und es mit der Kunst zu probieren, doch es sollte nicht unbelohnt bleiben. Während des 1989 angefangenen Gesangsstudiums konnte er erste Erfahrungen auf der Opernbühne sammeln, anfänglich mit den unter den Kollegen liebevoll "Wurzen" genannten Kleinstrollen mit seltener Erwähnung am Ende der Solistenliste im Programmheft.

 

Die erste richtige Rolle kam dann an der Regensburger Oper. Nach dem Abschluss des Studiums ging Jonas Kaufmann 1996 in sein erstes festes Engagement an das Staatstheater Saarbrücken. Dort traten mit der Zeit Probleme mit seiner Stimme auf und er begann zu zweifeln. Mit der Hilfe des amerikanischen Gesangspädagogen Michael Rhodes fand Jonas Kaufmann den richtigen Umgang mit seinem Instrument. Diese erfreuliche Wendung sollte ein wichtiger Anker für eine tolle Karriere sein, die Jonas Kaufmann an die großen Opernhäuser dieser Welt führte und führt - auch als Liedsänger ist er erfolgreich.

 

Nach einer erfolgreichen Operation eines Knotens in der Brust Ende 2011 und einer damit verbundenen Auszeit ist der Tenor wieder in voller Strahlkraft auf der Bühne zu genießen. Die Welt der Mathematik möge es ihm verzeihen!