Mariss Jansons im Konzertsaal

Unter der Leitung von Mariss Jansons sind "seine" beiden Klangkörper, das Concertgebouw Orchesters Amsterdam und des Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks in den Rang von Weltorchestern aufgestiegen. Der lettische Dirigent zählt zum Kreis der Ausnahmeerscheinungen, die den kleinen baltischen Staat zu einer wahren Großmacht der symphonischen Musik und des klassischen Musiktheaters machen.

 

Mariss Jansons entstammt einer angesehenen Musikerfamilie. In Riga wurde er als Sohn des lettischen Dirigenten Arvīds Jansons geboren. Seine Mutter Iraida, eine jüdische Sängerin, brachte ihn in einem Versteck zur Welt, in das sie sich geflüchtet hatte, nachdem ihr Vater und ihr Bruder im Rigaer Ghetto umgekommen waren. 1946 gewann sein Vater den zweiten Preis in einem nationalen Wettbewerb und wurde von Jewgeni Mrawinski zu seinem Assistenten bei den Leningrader Philharmonikern gemacht. 1956 folgte ihm seine Familie nach. 1984 erlitt Arvīds Jansons während eines Dirigats einen Herzanfall und verstarb. Mariss drohte das gleiche Schicksal wie seinem Vater, als er 1996 am Schluss einer Bohème-Aufführung in Oslo mit einem lebensbedrohlichen Herzanfall zusammenbrach. Trotz dieses ständigen Damoklesschwerts setzte er aber seine internationale Karriere mit weltweiten umjubelten Gastdirigaten fort.

 

Mariss Jansons, so scheint es, hat mit zunehmenden Alter und der jahrzehntelangen Bühnenerfahrung seine Klangsprache immer weiter verfeinert und präzisiert, was ihm in den letzten zehn Jahren oft hymnische Kritiken und einen geradezu olympischen Ruf eingebracht hat.