Nikolaus Harnoncourt im Konzertsaal

Der Österreicher Nikolaus Harnoncourt wurde am 6. Dezember 1929 als Johannes Nicolaus Graf de la Fontaine und d'Harnoncourt-Unverzagt in Berlin geboren. Als er noch ein Kleinkind war zog die Familie nach Graz, der Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Steiermark. Die Familie war musikalisch, der Vater versuchte sich privat in Komposition und ein Bruder studierte Musik. Nikolaus lernte früh Cello und Klavier, der Berufswunsch Musiker entstand allerdings vergleichsweise spät - mit ungefähr achtzehn Jahren. Der Umzug nach Wien zum Musikstudium erfolgte 1948. Die musikalische Karriere Harnoncourts begann nicht - wie man vielleicht vermuten würde - als Dirigent, sondern als Cellist. 1952 bekam er eine Stelle bei den Wiener Symphonikern unter deren damaligem Chefdirigenten Herbert von Karajan. Knapp siebzehn Jahre blieb der Cellist Mitglied des Orchesters. Nikolaus Harnoncourts Interesse für historische Aufführungspraxis - insbesondere die der Alten Musik - mündete in regelmäßige Treffen von Musikern. Nikolaus und seine Frau Alice, eine Geigerin, begründeten diesen Musikkreis, der sich regelmäßig in deren Wohnung einfand, um zu probieren und zu experimentieren. Aus dieser Runde entstand der "Concentus Musicus Wien", eines der ersten Originalklangensembles und Wegbereiter der historischen Aufführungspraxis. Eine große Erfolgsgeschichte mit zahlreichen Referenzeinspielungen sollte folgen.


Obwohl Nikolaus Harnoncourt sich lange gegen die Position des reinen Dirigenten gewehrt und den Concentus Musicus  zu Beginn immer vom Cello aus geleitet hat, änderte sich das mit einer Einladung zu einem Dirigat an der Mailänder Scala im Jahre 1972. Bald darauf folgte das Concertgebouw Orchester Amsterdam mit einem Bach-Zyklus.

Bis heute dehnte sich Harnoncourts Repertoire bis in die Spätromantik aus und zu seinen Partnern gehören die wichtigsten Orchester der Welt.