"Andrea Chenier" im Konzertsaal

1895 vollendet

Libretto: Luigi Illica

Andrea Chenier - Bregenzer Festspiele 2011

"Andrea Chenier" ist ein Drama über die Revolution, die ihre Kinder frisst. Die Dreiecksgeschichte, die sich zwischen Chenier, Madeleine und Gérard abspielt, entwickelt sich zu einem lebensgefährlichen Drama für alle Beteiligten, das Chenier und Madeleine schließlich auch mit dem Leben bezahlen. Einzelschicksale sind der großen gesellschaftlichen Umwälzung schutzlos ausgeliefert. Nur die Liebe allein triumphiert über die Guillotine...

 

Handlung:

Akt I:

Andrea Chenier ist ein renitenter Dichter, der in der Gesellschaft des französischen Landadels verkehrt, dessen Dekadenz er innerlich ablehnt. Als ihn die Gesellschaft auffordert, ein Gedicht zu rezitieren, verweigert er sich charmant. Schließlich kontert er den Spott der jungen Madeleine mit ein paar Gedichten, in denen er den Adel harsch attackiert. Anders als die Mehrheit empfindet Madeleine große Sympathie für den Inhalt und ihren Verfasser. Während sie Partei für den Dichter ergreift, platzen unter ihrem Anführer Charles Gérard, Sohn des Gärtners und ebenfalls ein Verehrer von Madeleine, hungrige Tagelöhner in die Gesellschaft und skandieren revolutionäre Parolen. Sie werden hinausgedrängt. Gérard wird entlassen.

Akt II:

Im revolutionären Paris ist Chenier mittlerweile aufgrund seiner Werke ein gefeierter Schriftsteller. Trotzdem beginnt sich auch für ihn das Blatt zu wenden, als die Revolutionäre von seinen Beziehungen zum Adel erfahren. Sein Freund Roucher rät ihm zu fliehen. Chenier will bleiben. Ihn halten geheimnisvolle Liebesbriefe, als deren Autorin sich schliesslich Madeleine entpuppt. Ein geheimes Liebestreffen wird von einem Spitzel belauscht. Der berichtet die Sache an Gérard, der mittlerweile zum Sekretät der Revolution aufgestiegen ist. Es kommt zu einem Duell, bei dem Gérard schwer verwundet wird.

Akt III:

Gérard ist mittlerweile genesen und hat Chenier verhaften und vor Gericht stellen lassen. Im Gerichtsaal erscheint Madeleine, um Chenier zu retten. Zunächst flammt Gérards Liebe und damit seine Eifersucht wieder auf. Er fordert Madeleine als Preis für Cheniers Rettung. Madeleine willigt aus Liebe zu Chenier ein und hält eine flammende Rede über ihr persönliches Revolutions-Schicksal. Die Rede und Liebe Madeleines beeindrucken Gérard dermaßen, dass er Chenier entlastet und sich persönlich anklagt. Obwohl er gegen sich selbst das Todesurteil verhängt, kann er aber nicht verhindern, dass das Volk Cheniers Tod fordert.

AKT IV:

Im Gefängnis von St. Lazare wartet Chenier auf die Vollstreckung seines Urteils. Seinem Freund Roucher trägt er seine letzten Verse vor. Madeleine ist entschlossen, mit ihrem Geliebten zu sterben und schmuggelt sich in das Gefängnis, um am nächsten Morgen zusammen mit Ihrem Geliebten auf dem Karren zum Schafott gefahren zu werden. Gérard bemüht sich um eine Begnadigung. Doch es ist schon zu spät. Die Liebenden sind im Tode vereint.

Personen:

Andrea Chénier, ein Dichter (Tenor)
Maddalena di Coigny (Sopran)
Carlo Gérard, ein Diener und Revolutionsführer (Bariton)
Countess di Coigny, Maddalena's Mutter (Mezzo-Sopran)
L'Incredibile, ein Spion (Teno)
Roucher, Freund des Chénier, (Bass oder Bariton)
Mathieu, ein Revolutionär (Baritone)
Gäste der Gräfin, Diener, Bauern, Revolutionäre, Bürger, Richter, Gefangene.