"Cherevichki" im Konzertsaal

1887 uraufgeführt

Libretto: Yakov Polonsky nach Motiven von Nikolai Gogol

Cherevichki - Royal Opera House 2009

Cherevichki ist eine komisch-phantastische Oper in vier Akten und acht Szenen und stellt eine Überarbeitung von Tschaikowski's früherem Werk "Vakula, der Schmied" dar. Die Handlung steht in der Tradition folkloristischer russischer Märchenerzählungen, in denen bauernschlaue und kräftige Jungs durchaus auch mal den Teufel bezwingen können oder eine Hexe mal schnell den Mond klaut.

 

Handlung:

Akt I:

Die Hexe Solokha lässt sich darauf ein, dem Teufel dabei zu helfen, den Mond zu stehlen. Sie geht darauf ein, weil der Teufel auf ihren Sohn Vakula wütend ist, der sich über ihn lustig gemacht hat. Zur Strafe lässt der Teufel einen Schneesturm aufkommen, der Vakula daran hindern soll, den Weg zu seiner geliebten Oxana zu finden. Während der Sturm wütet, reitet Solokha in den Himmel und stiehlt den Mond. Daraufhin verirren sich aber auch Chub, der Vater Oxana's, und der Pfarrer im Schnee. Vakula aber findet zu Oxana und gesteht ihr seine Liebe. Als Chub zurückkehrt, erkennt ihn Vakula nicht, setzt ihm nach und verprügelt ihn. Als Oxana erkennt, was Vakula angerichtet hat, schickt sie ihn fort und bleibt verzweifelt zurück. Während die Leute vom Dorf Weihnachtslieder anstimmen, erkennt Oxana, dass sie Vakula trotz seiner schrecklichen Tat immer noch liebt.

Akt II:

In einer surreal-witzigen Szene versuchen drei Männer und der Teufel, die aus Säcken in ihrer Hütte erscheinen, Solokha zu verführen, nur um kurz darauf von Vakula in ihren Säcken wieder abtransportiert zu werden. Vor der Hütte wetteifern drei Weihnachtschöre. Oxana fordert von Vakula, ihr die Hausschuhe der Zarin zu bringen, sonst werde sie ihn nicht heiraten. Vakula ist verzweifelt und will Hand an sich legen. In seiner Verzweiflung lässt er zwei Säcke zurück, in denen sich überraschenderweise Chub und der Pfarrer befinden.

Akt III:

Eine Waldelfe warnt die Wassernymphen vor dem herannahenden Vakula, der Selbstmord begehen will. Der Teufel springt aus Vakula's Sack und versucht, dessen Seele als Ersatz für die Oxana's zu bekommen. Aber Vakula springt auf seinen Rücken und zwingt den Teufel, ihn nach St. Petersburg zu bringen. Im Zarenpalast lädt der Teufel Vakula ab und verschwindet durch den Kamin. Vakula schließt sich einer Gruppe Kosaken an, die der Zarin huldigen. Im Tanz fordert er die Zarin auf, ihm ihre Hausschuhe zu schenken. Die Zarin findet die Bitte lustig und gewährt sie. Auf dem Rücken des Teufels verlässt Vakula den Palast.

Akt IV:

Auf dem Stadtmarkt am Weihnachtsmorgen, beweinen Solokha und Oxana das Schicksal Vakula's, den sie für tot halten. Als die Nachbarn sie zum Christschmaus einladen wollen, rennt Oxana weinend davon. Da erscheint Vakula mit den Hausschuhen der Zarin, bittet Chub um Verzeihung und hält um die Hand von Oxana an. Oxana willigt ein mit der Bemerkung, sie wolle ihn, und nicht die lächerlichen Hausschuhe der Zarin. Chub ruft die Musiker und alle feiern fröhlich.

Personen:

Vakula, ein Schmied (Tenor)
Solokha, Vakula's Mutter, eine Hexe (Mezzo-Sopran)
Chub, ein älterer Kosake (Bass)
Oksana, Chub's Tochter (Sopran)
Ein Teufel, ein phantastischer Charakter (Bass)
Ein Schulmeister (Tenor)
Freunde des Chub, Seine Hohheit, Zeremonienmeister, Kosaken