"Das Rheingold" im Konzertsaal

1869 im Nationaltheater München uraufgeführt

Libretto: Richard Wagner (Musik und Buch)

Das Rheingold - Palau de les Arts Valencia 2009

"Das Rheingold" ist der Eröffnungsabend der Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner, der ihn als "Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend" bezeichnete. Das Gesamtwerk der Tetralogie hat immense Ausmaße und ist nicht weniger als ein Weltenentwurf Wagners: Der Kampf zwischen Macht und Liebe, gerechter und materialistischer Weltordnung. Für Wagnerianer stehen die Schicksale von Walhall, Wotan, den Walküren, Brünhild und Siegfried noch heute im Range eines Glaubensbekenntnisses. Damit polarisiert das Werk inhaltlich stark. Musikalisch hingegen enthält der Ring Meisterwerke, die ohne Zweifel auch von Nicht-Wagnerianern gerühmt und geschätzt werden: Darunter der Walkürenritt, Siegfrieds Trauermarsch, das Vorspiel zum Rheingold...

 

Handlung:

Die Handlung spielt in einer mythischen Urzeit in und um den Rhein.

Einziger Akt:

In den Tiefen des Rheins bewachen die drei Töchter des Rheins das sagenhafte Rheingold, einen unermesslichen Schatz. Ihr musikalisches Motiv, das den gesamten Ringzyklus durchwebt, steht für den beinahe paradiesischen Urzustand, in dem vom Rheingold keine Bedrohung ausgeht, weil es seine verführerische und zerstörerische materielle Kraft noch nicht entwickeln konnte. Der Nibelungenzwerg Alberich aber erkennt den Schatz, und stiehlt ihn zuletzt im Zorn, weil seine Werbeversuche bei den Rheintöchtern erfolglos bleiben. Tief in seinem Berg, will er von seinem Bruder Mime aus dem Gold den sagenhaften Ring schmieden lassen, der unermessliche Macht verleiht.

Wotan, der Göttervater, ist in Schwierigkeiten. Seine Frau Fricka will ihm nicht verzeihen, dass er seine Tochter Freia den Riesen Fasolt und Fafner als Lohn dafür geben will, dass sie ihm seine Prunkurg Walhall erbaut haben. Da schlägt der schlaue Feuergott Loge vor, die Bezahlung anders zu lösen: Mit Alberich's Gold. Die Riesen sind einverstanden und gemeinsam begibt man sich in den Berg Alberichs, um ihn um seinen Schatz zu erleichtern.

Dort angekommen, prahlt Alberichs Bruder Mime von seinem Tarnhelm, der seinen Träger in jede erdenkliche Gestalt verwandeln kann. Mittels einer List bringen die Helden den dummdreisten Alberich dazu, sich zuerst in einen Drachen und dann in eine Kröte zu verwandeln, womit er zu einer einfachen Beute wird. Alberich wird schließlich gezwungen, sein ganzes Gold heraus zu rücken. Und als wäre dies nicht genug, entreißt ihm Wotan schließlich auch noch den Ring. Um die Quelle seiner Macht beraubt, verflucht Alberich den Ring, der nun jedem seiner Träger Tod und Verderben bringen soll.

Die Helden kehren zurück. Die Riesen Fasolt und Fafner beanspruchen das Gold und sogar den Tarnhelm. Wotan weigert sich aber, den Ring herauszugeben. Erda, die Göttin der Erde erscheint und warnt Wotan vor den Folgen: Die Verführung durch den Ring wird das Ende der Götter bedeuten. Zögerlich überlässt Wotan den Ring den Riesen, die zu seinen ersten Opfern werden: Fafner erschlägt im Streit über den Schatz seinen Bruder Fasolt. Zum Lamento der Rheintöchter, die den Verlust ihres Goldes beklagen, beziehen die Götter ihr neues Prunkschloss Walhalla.

Personen:

Die Rheintöchter: Woglinde (Sopran), Wellgunde (Mezzosopran), Floßhilde (Alt)
Die Götter: Wotan (Bariton), Donner (Bariton), Froh (Tenor), Loge (Tenor), Fricka (Mezzosopran), Freia (Sopran), Erda (Alt)
Die Nibelungen: Alberich (Bariton), Mime (Tenor), Nibelungen (stumme Rollen)
Die Riesen: Fasolt (Bass), Fafner (Bass)