"Die Götterdämmerung" im Konzertsaal

uraufgeführt 1876 im Festspielhaus Bayreuth

Libretto: Richard Wagner (Buch und Musik)

Götterdämmerung - Plalau de les Arts Valencia 2009

"Die Götterdämmerung" ist das Finale der Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner, der ihn als "Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend" bezeichnete. Das Gesamtwerk der Tetralogie hat immense Ausmaße und ist nicht weniger als ein Weltenentwurf Wagners: Der Kampf zwischen Macht und Liebe, gerechter und materialistischer Weltordnung. Für Wagnerianer stehen die Schicksale von Walhall, Wotan, den Walküren, Brünhild und Siegfried noch heute im Range eines Glaubensbekenntnisses. Damit polarisiert das Werk inhaltlich stark. Musikalisch hingegen enthält der Ring Meisterwerke, die ohne Zweifel auch von Nicht-Wagnerianern gerühmt und geschätzt werden: Darunter der Walkürenritt, Siegfrieds Trauermarsch, das Vorspiel zum Rheingold...

 

Handlung: 

Die Handlung spielt in mythischer Urzeit in und um den Rhein, in den Wäldern, am Walkürefelsen und in der Gibichungenburg.

Prolog:

Am Walkürefelsen spinnen die drei Nornen am Spinnrad der Zeit. Sie erinnern an Wotans mächtige Zeiten und verkünden das nahende Ende der Götterwelt. Zu ihrem Schreck reißt der Faden der Zeit und sie flüchten zu ihrer Mutter Erda. Bei Tagesanbruch erwachen die Siegfried und Brünnhilde und gestehen sich ihre Liebe. Siegfried will "zu neuen Taten" aufbrechen. Zum Abschied überlässt er Brünnhilde den von Fafner erbeuteten Ring als Liebespfand und erhält im Gegenzug von ihr Grane, ihr Pferd. Leidenschaftlich verabschieden sie sich und Siegfried zieht hinaus in die Welt.

Akt I:

In der Gibichungenburg bittet das unverheiratete Herrscher- und Geschwisterpaar Gunther und Gutrune ihren Halbbruder Hagen um Rat. Hagen, ein Sohn des Nibelungen Alberich, der es auf den Ring abgesehen hat, rät Gunther, Brünnhilde zu ehelichen. Das soll mit Hilfe eines Zaubertranks gelingen, der Siegfried Brünnhilde vergessen lassen soll. Der Held trifft ein und Gutrune bietet ihm den Zaubertrank an, den Siegfried leert. Daraufhin verfällt er tatsächlich Gutrunes Schönheit und willigt ein, für Gunther um Brünnhilde zu werben, worauf beide Blutsbrüderschaft schwören.

Auf dem Walkürenfelsen begrüßt Brünnhilde ihre Schwester Waltraute, die ihr erzählt, Wotan fürchte das Ende der Götter, wenn nicht Brünnhilde den Ring zurück an die Rheintöchter gebe. Die allerdings schlägt die Warnung in den Wind. Siegfried ist ihr viel wichtiger als das Schicksal der Götter. In der Abenddämmerung schließlich erscheint Siegfried, durch den Tarnhelm in der Gestalt Gunthers. Er reißt der verschreckten Brünnhilde den Ring vom Finger und ruft sie zur Braut Gunthers aus.

Akt II:

Zurück in Gibichung: Im Schlaf erscheint Hagen dessen Vater Alberich und nötigt ihm das Versprechen ab, den Ring wiederzuerlangen. Im Morgengrauen erscheint Siegfried mit der scheinbar frohen Botschaft für Hagen und Gutrune, dass er Brünnhilde für Gunther gefreit habe. Hagen lässt den Hofstaat versammeln um dem neuen Königspaar zu huldigen. Als Brünnhilde den Ring an Siegfrieds Finger erkennt, beklagt sie seinen Verrat und ruft ihn als ihren wahren Ehemann aus. Der steht noch immer unter der Wirkung des Zaubertranks und schwört auf Hagens Speer, stets die Wahrheit gesagt zu haben. Brünnhilde bezichtigt ihn weiter der Lüge, doch er entfernt sich mit Gutrune. Brünnhilde, außer sich vor Wut, verrät Hagen den verwundbaren Fleck des unbesiegbaren Siegfried: Ein Speer in den Rücken wird ihn töten. Gunther schließt sich dem Mordkomplott auf Einladung Brünnhildes an, worauf man zusammen das Hochzeitsmahl feiert.

Akt III:

Am Rheinufer baklagen die Rheintöchter ihren verlorenen Schatz. Bald erscheint Siegfried, der sich ohne seine Jagdgesellschaft im Wald verirrt hat. Die Mädchen fordern, trotz Drohung, vergeblich den Ring von ihm zurück. Als die Jagdgesellschaft eintrifft, fordert Hagen Siegfried auf, aus seiner Jugend zu erzählen, um den betrübten Gunther aufzuheitern. Unbemerkt hat er zuvor mit Kräutern im Becher von Siegfried die Wirkung des Zaubertranks aufgehoben. Siegfried, der sich nun wieder erinnert, erzählt von seinem Kampf mit dem Drachen Fafner und der Liebe zu Brünnhilde. Die Gesellschaft ist entsetzt, weil sie Siegfried als Lügner zu entlarven meint, worauf Hagen den vermeintlichen Verräter mit dem Speer tötet. Sterbend erinnert er sich seiner Liebe Brünnhilde.

Der Trauerzug zieht nach Gibichung. Die auf ihren Verlobten Siegfried wartende Gutrune wird von Albträumen und Vorahnungen heimgesucht. Als der tote Held schließlich ins Schloss gebracht wird, brüstet sich Hagen mit seiner Tat. Beim anschließenden Streit über den Ring tötet Hagen schließlich auch noch Gunther. Als jedoch Hagen den Ring ergreifen will, hebt sich drohend die Hand des toten Helden. Brünnhilde setzt allem ein Ende. Sie ordnet eine Feuerbestattung an, bei der sie zusammen mit Siegfried, Grane und dem Ring in den Tod gehen will. Mit dem Ring an ihrem Finger, entzündet sie die mit einem Scheit das Feuer und springt mit ihrem Pferd in die wild lodernden Flammen. Der Rhein tritt über die Ufer und verschlingt das Feuer und Gibichung. Die Rheintöchter reißen Hagen mit in die Tiefe. Während Valhall in Flammen aufgeht, ist der Ring wieder an seinem Ursprung und von seinem Fluch befreit. Die Menschheit ist durch ein Liebesopfer erlöst worden.

Personen:

Siegfried (Tenor)
Gunther (Bariton)
Alberich (Bariton)
Hagen (Bass)
Brünnhilde (Sopran)
Gutrune (Sopran)
Waltraute (Mezzosopran)

Die Nornen:
Erste Norn (Alt)
Zweite Norn (Mezzosopran)
Dritte Norn (Sopran)

Die Rheintöchter:
Woglinde (Sopran)
Wellgunde (Mezzosopran)
Floßhilde (Alt)

Frauen, Mannen (Chor)