"Die Hochzeit des Figaro" im Konzertsaal

1786 uraufgeführt

Libretto: Lorenzo da Ponte

Die Hochzeit des Figaro - Royal opera House London 1976

Die Oper hat Beaumarchais' Komödie "Der tolle Tag oder Die Hochzeit des Figaro" zur Vorlage und bildet die Fortsetzung zu seinem Schauspiel "Le Barbier de Séville", das Gioachino Rossini zu seiner Oper "Der Barbier von Sevilla" machte. Der "Figaro" ist Mozarts erste opera buffa nach der knapp zehn Jahre zuvor entstandenen "La finta giardiniera" und trägt die Blüte seiner Meisterschaft. Besonders revolutionär ist die Ouvertüre, die nicht wie bis dahin üblich die Arien und Ensembles der Oper vorstellt, sondern vielmehr die Figuren charakterisiert. Während Beaumarchais' Vorlage nicht im Theater aufgeführt werden durfte - gedruckt und vertrieben allerdings schon - erteilte Kaiser Joseph II. nach Präsentation einiger Kostproben durch Wolfgang Amadeus Mozart die Anweisung, die "Partitur zum Abschreiben" zu geben und einer Aufführung stand nichts mehr im Wege.

 

Handlung:

Akt I:

Die Hochzeit des Kammerdieners Figaro steht bevor. Er plant die Möblierung der künftigen Bleibe und freut sich über die Nachbarschaft des Grafen Almaviva. Seine zukünftige Braut Susanna, die Kammerzofe der Gräfin, ist allerdings weniger erfreut, sie ahnt eindeutige Absichten des Grafen in ihre Richtung. Dem will Figaro enschlossen entgegenstehen. Zusätzlich wird er mit einer Klage der Haushälterin Marcellina konfrontiert. Er ist ihr Geld schuldig und versprach ihr die Ehe, falls er seine Schuld nicht begleicht, was er bisher unterließ. Der Page Cherubino wurde von dem Grafen Almaviva in flagranti mit der Gärtnerstochter erwischt und ist diesem ein Dorn im Auge - obendrein fühlt sich Cherubino zur Gräfin hingezogen. Er versteckt sich unter einem Kleid Susannas, wird vom eifersüchtigen Grafen entdeckt und mittels Offizierspatent zur Armee befohlen.

Akt II:

Die Gräfin beklagt ihres Mannes Untreue und Figaro möchte seine Hochzeit über die Bühne bringen. Cherubino wird mehr oder weniger freiwillig in Frauenkleider gesteckt, um als Susanna verkleidet den Grafen in eine Falle zu locken. Eine Reihe von rasanten Ereignissen zeichnet die Versuche, den Grafen Almaviva an der Nase herumzuführen. Es scheint die Hochzeit des Figaro stattfinden zu können. Da legt die Haushälterin Marcellina ihre Klage dem Grafen vor und dieser verschiebt mit Freude die Hochzeit, um den Fall zu ergründen.

Akt III:

Es stellt sich heraus, dass Figaro Marcellinas verschollener Sohn Rafaello ist - die Klage ist somit erledigt. Verwechslungen. Eine Nadel spielt eine entscheidende Rolle. Cherubino entgeht des Grafen Zorn, weil Barbarina auftritt und Almaviva an ein Versprechen erinnert, ihr alles zu gewähren: Sie bittet um Cherubinos Hand. Die Paare werden gefeiert.

Akt IV:

Die Gräfin und Susanna tauschen Kleid und Identität. Im Schutze des dunklen Gartens folgen Szenen der Täuschung, Verwechslung und nicht zuletzt feurigen Eifersucht. Auch die Nadel ist stets von Bedeutung. Schließlich ruft Graf Almaviva - im Glauben, Figaro begehrte die Gräfin - nach seinen Mannen samt Waffen und will keine Gnade walten lassen. Als Lichter angezündet und die Szenerie beleuchtet wird erkennt der Graf beschämt eigene Irrtümer und bittet seine Frau um Vergebung. Sie gewährt diese, Zufriedenheit aller ist das Ergebnis und ein rauschendes Fest beschließt das wilde Treiben.

Personen:

Graf Almaviva (Bariton)
Gräfin Almaviva (Rosina) (Sopran)
Figaro, Kammerdiener (Bassbariton)
Susanna, Mündel und Kammerzofe der Gräfin, Figaros Verlobte (Sopran)
Cherubino, Page des Grafen (Mezzosopran)
Marcellina, Beschließerin im gräflichen Schloss (Mezzosopran)
Bartolo, Arzt aus Sevilla (Bass)
Basilio, Musikmeister der Gräfin (Tenor)
Don Curzio, Richter (Tenor)
Antonio, Gärtner und Susannas Onkel, zugleich Vater Barbarinas (Bass)
Barbarina, Tochter des Antonio (Sopran)
Zwei Frauen
Chor der Landleute (Chor)