"Die Walküre" im Konzertsaal

1870 im Nationaltheater München uraufgeführt

Libretto: Richard Wagner (Musik und Buch)

Walküre - Palau de les Arts Valencia 2009

"Die Walküre" ist der zweite Abend der Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner, der ihn als "Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend" bezeichnete. Das Gesamtwerk der Tetralogie hat immense Ausmaße und ist nicht weniger als ein Weltenentwurf Wagners: Der Kampf zwischen Macht und Liebe, gerechter und materialistischer Weltordnung. Für Wagnerianer stehen die Schicksale von Walhall, Wotan, den Walküren, Brünhild und Siegfried noch heute im Range eines Glaubensbekenntnisses. Damit polarisiert das Werk inhaltlich stark. Musikalisch hingegen enthält der Ring Meisterwerke, die ohne Zweifel auch von Nicht-Wagnerianern gerühmt und geschätzt werden: Darunter der Walkürenritt, Siegfrieds Trauermarsch, das Vorspiel zum Rheingold...

 

Handlung:

Vorgeschichte:

Jahre vergingen seit der Ring, geschmiedet für Alberich, samt Niebelungenhort an den Riesen Fafner fiel. Als Lindwurm hütet dieser nun das wertvolle Gut. Alberich und Wotan  hegen Pläne zur Eroberung des Rings. Wotan zeugt - mit unzähligen Müttern - eine Schar  von Töchtern als Leibgarde, die Walküren. Alberich darf unter keinen Umständen an den Ring gelangen - "Dann wäre Walhall verloren." Da Wotan aber durch eigene Verträge die Hände gebunden sind, darf er Fafner den Ring nicht gewaltsam entreissen. Es muss ein freier Held Wotans göttliche Ordnung durchbrechen und so die Pläne des Göttervaters nachhaltig befördern. Ein einfacher Mensch soll es sein. Und so zeugt Wotan als "Wälse", als unerkannter Gott, mit einer Menschenfrau Siegmund und dessen Zwillingsschwester Sieglinde. Während einer Jagd von Vater und Sohn wird die Schwester von Räubern entführt und die Mutter ermordet. Siegmund wird vom Vater zum Kämpfer erzogen und auf seine Bestimmung eingeschworen. Dereinst wird er ein Zauberschwert finden - Notung genannt - entscheidend in höchster Not.

Akt I:

Ein Mann auf der Flucht sucht in einer Hütte Schutz während eines Unwetters. Die in Zwangsehe lebende Frau des Hauses bietet ihm etwas zu trinken und auch ihr heimkehrender Gatte Hunding bittet den Fremden zu Tisch. Als herauskommt, dass der Mann Feind von Hundings Sippe ist, fordert ihn dieser zum Zweikampf am nächsten Morgen. Der Fremde ist ohne Waffe und in höchster Not. Hundings Frau will ihm zur Flucht verhelfen und verabreicht ihrem Gatten einen Schlaftrunk. Sie zeigt dem Mann ein Schwert im Herzen einer Esche inmitten ihrer Hütte, das niemand herausziehen kann. Ein fremder Mann (in Wirklichkeit war es Wotan) hat es einstmals hineingestoßen. Schließlich erkennen die beiden einander: Sie sind das Zwillingspaar Siegmund und Sieglinde. Überwältigt von ihrem Wiedersehen, verbringen sie eine Liebesnacht. Siegmund kann das Schwert, Notung, aus der Esche ziehen und die Beiden flüchten. Bald wird Hunding erwachen und sie verfolgen.

Akt II:

Wotan befiehlt seiner liebsten Tochter, der Walküre Brünnhilde, Siegmund beizustehen. Fricka, Wotans Gattin, bringt ein, dass Siegmund und Sieglinde gegen das Recht der Ehe vertoßen hätten und Siegmund auch nicht der freie Held sei, den Wotan suche. Nur ein Handlanger sei er. Der Göttervater muss das eingestehen und verspricht Fricka, Siegmund durch Hunding töten zu lassen. Er offenbart Brünnhilde seine Zwangslage und fordert von ihr, sich auf Hundings Seite zu schlagen. Die Walküre ist vom Sinneswandel des Vaters erschüttert und verkündet Siegmund seinen bevorstehenden Tod - sie werde ihn allerdings danach ins Heldenheer Wotans nach Walhall bringen. Siegmund verweigert sich dem Gedanken, wieder von Sieglinde getrennt zu sein. Brünnhilde erfährt durch das Zwillingspaar das erste Mal, was Liebe bedeutet, und ist so beeindruckt, dass sie sich dem Willen das Vaters widersetzt. Hunding taucht auf und im darauffolgenden Kampf zerschmettert Wotan selbst mit seinem Speer Siegmunds Schwert Notung und Hunding mordet den Wälsung Siegmund. Aus Schmerz über den Verlust schickt Wotan auch Hunding ins Jenseits. Geistesgegenwärtig sammelt Brünnhilde die Stücke des Schwertes Notung ein und flüchtet mit Sieglinde.

Akt III:

Die Walküren versammeln sich und Brünnhilde bittet ihre Schwestern um Hilfe. Wotan ist ausser sich und sie fürchtet um Sieglinde und sich. Die Walküren wollen nicht gegen den Vater aufbegehren und Sieglinde will Siegmund in den Tod folgen. Als Brünnhilde ihr offenbart, dass Sieglinde ein Kind von Siegmund in sich trüge, Siegfried benannt und dereinst größter Held der Erde, lässt sie sich umstimmen. Sie nimmt die Stücke des Schwertes Notungs an sich und flüchtet in den Wald des Lindwurms Fafner. Nur dort ist sie vor Wotan sicher. Die Walküre Brünnhilde aber liefert sich ihrem zürnenden Vater aus. Er nimmt ihr die Göttlichkeit und versetzt sie in einen tiefen Schlaf, um zur Beute des erstbesten Mannes zu werden, der des Weges kommt. Brünnhilde kann ihrem durchaus ob der Umstände trauernden Vater noch abringen,  einen Feuerkranz um sie zu legen, den nur ein furchtloser Held zu durchdringen vermag.

Personen:

Siegmund (Tenor)
Hunding (Bass)
Wotan (Bariton)
Sieglinde (Sopran)
Brünnhilde (Sopran)
Fricka (Mezzosopran)
Gerhilde (Sopran)
Ortlinde (Sopran)
Waltraute (Alt)
Schwertleite (Alt)
Helmwige (Sopran)
Siegrune (Mezzosopran)
Grimgerde (Alt)
Rossweiße (Mezzosopran)