"Don Giovanni" im Konzertsaal

1787 im Ständetheater Prag uraufgeführt

Libretto: Lorenzo da Ponte

Don Giovanni - Salzburger Festspiele 2006

Das Motiv des "Don Juan", des ruchlosen und doch charmanten Frauenverführers, war zu Mozarts Zeiten äußerst beliebt. Doch erst mit dem "Don Giovanni", dem Dramma giocoso aus dem Jahr 1887 wurde dem Stoff durch Mozart und da Ponte über alle Zeiten und Grenzen hinweg ein Denkmal gesetzt. Stilistisch und musikalisch schließt das Werk an den "Figaro" an, doch was es von jenem unterscheidet, ist die schicksalshaft-düstere und dämonische Komponente, die der oberflächlich heiteren opera buffa zugrundeliegt. Schon die Ouvertüre steht ungewöhnlicher Weise in Moll. Und wenn am Ende der Steinerne Gast den Wüstling mit in die Hölle nimmt, geht der Klang der Trompeten durch Mark und Bein. Dazwischen erzählt uns ein launischer Diener, dass er nicht mehr dienen will, und ein Frauen-Kleeblatt probt den zunehmend erfolgreicheren Aufstand gegen Giovanni, der schließlich dahin fährt, wo ihn die Frauen schon lange gerne gesehen hätten.

 

Handlung:

Spanien im 17. Jahrhundert

Akt I:

Don Giovanni versucht, Donna Anna zu verführen, während sein Diener Leporello alleine draußen Wache steht. Giovanni wird daraufhin von Annas Vater, dem Komtur, zum Duell herausgefordert. Don Giovanni tötet den Komtur, woraufhin Ottavio, Annas Verlobter, Rache schwört. Auf der Suche nach neuen Abenteuern trifft Giovanni auf seine verflossene Liebe Elvira, die er an Leporello weiterreicht. Leporello glänzt damit, Elvira alle Amouren seines Meisters im Detail zu schildern, während der Herr sich aus dem Staub gemacht hat.

Eine Gesellschaft von Bauernvolk tritt auf. Die Hochzeit von Masetto und Zerlina steht an. Giovanni lockt die Versuchung einer weiteren Eroberung, die er damit einleitet, dass er ihren eifersüchtigen Masetto hinauskomplimentiert. Mit viel Geschick manövriert er sich aus einer Begegnung der drei Frauen, indem er es Zerlina und Elvira überlässt, sich untereinander zu streiten.

Akt II:

Ottavio besucht das Mausoleum des Komturs, gefolgt von Giovanni und seinem Diener. Zu Leporellos Schrecken nimmt die Statue auf dem Grab hör- und sichtbar eine Einladung zum Abendessen an. Giovanni hingegen ist unbeeindruckt. Zurück in seinem Haus empfängt er Elvira, die einen letzten verzweifelten Versuch unternimmt, Giovanni zur Tugend zu bekehren. Im weiteren Verlauf des Abends laben sich Giovanni und Leporello zunehmend an Speis und Trank, preisen in Gesängen die Freuden des Lebens, die Schönheit Venedigs und vor allem die seiner Frauen. Der steinerne Gast erscheint wie angekündigt und setzt dem Treiben ein jähes Ende, indem er die Seele des unbelehrbaren Giovanni holt.

Durch den Tumult aufgeschreckt, kommen Ottavio und die Damen dazu. Leporello erzählt ihnen vom schrecklichen Ende Don Giovannis, das in einem abschließenden Finale gebührend besungen wird.

Personen:

Don Giovanni, ein ausschweifender junger Edelmann (Bassbariton oder Bariton)
Il Commendatore (Der Komtur) (Bass)
Donna Anna, seine Tochter und Braut von Don Ottavio (Sopran)
Don Ottavio, ihr Verlobter (Tenor)
Donna Elvira, vornehme Dame aus Burgos, Don Giovannis verlassene Geliebte (Sopran)
Leporello, Don Giovannis Diener (Bass)
Masetto, ein Bauer, Bräutigam der Zerlina (Bass)
Zerlina, seine Braut, eine Bäuerin (Sopran, auch Mezzo-Sopran)
Bauern, Bäuerinnen, Musikanten, Diener (Chor)