"Eugen Onegin" im Konzertsaal

1879 uraufgeführt

Libretto: Konstantin Schilowski und Pjotr Iljitsch Tschaikowski (nach Alexander Puschkin)

Eugen Onegin - Großes Festspielhaus Salzburg 2007

Tschaikowski wurde von der Opernsängerin Elizaveta Lavrovskaya auf die Idee gebracht, Alexander Puschkins populären Versroman "Eugen Onegin" in eine Oper zu verarbeiten, war aber nicht von Anfang überzeugt. Letztlich entschied er sich dann aber doch dafür und erstellte gemeinsam mit Konstantin Schilowski das Libretto. Das Ergebnis war eine episodische Erzählform, die nicht aus einer durchgängigen Geschichte, sondern vielmehr einer Abfolge von Höhepunkten aus dem Leben Onegins besteht. Der Komponist setzte als Untertitel "Lyrische Szenen". Aufgrund dieser unkonventionellen Opernform war Pjotr Iljitsch Tschaikowski nicht sicher, ob das Publikum sein Werk schätzen würde und überließ die Erstaufführung Studenten des Moskauer Konservatoriums. 1881 folgte schließlich die erste Aufführung vor größerem Publikum im Moskauer Bolschoi Theater - ein großer Erfolg, der dann ab 1884 im St. Petersburger Mariinski Theater den Weg zum Standardwerk in Russland fand. In Europa dauerte es etwas, aber Antonin Dvorak äusserte sich begeistert und unter Gustav Mahler fand 1892 in Hamburg eine umjubelte Erstaufführung statt. Mittlerweile ist "Eugen Onegin" aus dem Opernrepertoire nicht mehr wegzudenken.

 

Handlung:

Akt I:

Larina, Gutsbesitzerwitwe, denkt an ihre unbeschwerte Jugend und die karge Realität in einer Vernunftsehe. Sie hat zwei Töchter, die etwas träumerische Tatjana und die aufgeweckte Olga. Olgas Verlobter Lenski, der Dichter und Gutsnachbar, erscheint mit einem Gast - dem Lebemann Eugen Onegin aus St. Petersburg. Tatjana ist von dem Herren angetan und bittet rastlos ihre Kinderfrau Filipjewna um Erzählung ihrer Geschichten um die Liebe. Sie hört aber nur Abschreckendes von einer leidenschaftslosen Zwangsehe. Sie beschließt, nicht dasselbe Schicksal erleiden zu wollen und verfasst einen Brief an Eugen Onegin. Ein Treffen der Beiden folgt und Onegin fühlt sich durch Tajanas Zuneigung geschmeichelt. Für eine Ehe sieht sich der freiheitsliebende Mann aber nicht bereit - Tatjana ist tief betrübt.

Akt II:

Auf einem gemeinsamen Fest zu Tatjanas Namenstag eskaliert die Situation. Lenski ist eifersüchtig, weil seine Verlobte Olga von Onegin provokant hofiert wird. Sie macht sich nur lustig über seine, aus ihrer Sicht, übertriebene Eifersucht. Erbost fordert Lenski Onegin zum Duell. Am nächsten Morgen treffen sich die Herren und erinnern sich ihrer Freundschaft. Eine Aussöhnung erfolgt nicht und Lenski wird tödlich getroffen.

Akt III:

Nach Jahren der ruhelosen Reiserei kehrt Eugen Onegin nach Russland zurück. Er ist zutief zerissen und leidet noch immer an der Tötung Lenskis. Er besucht einen Ball im Hause des Fürsten Gremin und trifft auf Tajtana - mittlerweile die Ehefrau des Fürsten. Beide sind bewegt von dem Wiedersehen nach so langer Zeit. Onegin erkennt seine Liebe zu Tatjana und eröffnet ihr seine Zuneigung. Er versucht, sie zur gemeinsamen Flucht zu bewegen. Sie misstraut dem späten Bekenntnis Onegins. Hat der Sinneswandel gar mit ihrem sozialen Aufstieg zu tun? Eugen Onegin beteuert, Tatjana auftrichtig zu lieben und sieht wieder Sinn in seiner Existenz. Tatjana gesteht, Onegin noch immer zu lieben, entscheidet sich aber für die Treue zu ihrem Gatten. Eugen Onegin bleibt alleine zurück.

Personen:

Larina, Gutsbesitzerwitwe (Mezzosopran)
Tatjana, ältere Tochter (Sopran)
Olga, jüngere Tochter (Alt)
Filipjewna, Kinderfrau (Mezzosopran)
Lenski, Gutsnachbar und Dichter (Tenor)
Eugen Onegin, Gutsnachbar (Bariton)
Triquet, ein Franzose (Tenor)
Fürst Gremin (Bass)
Saretzki, Sekundant (Bass)
Ein Hauptmann (Bass)
Guillot, Onegins Kammerdiener (stumme Rolle)
Chor: Bauern, Beerenpflückerinnen, Festgäste