"Falstaff" im Konzertsaal

1893 uraufgeführt

Libretto: Arrigo Boito

Falstaff - Platztheater Kaiserlautern 2010

Giuseppe Verdis "Falstaff" ist sein letztes Bühnenwerk und eine sogenannte "Komische Oper". Seine Zweite in dieser Form. Der erste Versuch des Komponisten mit dieser Gattung fand knapp 50 Jahre davor statt und war ein Misserfolg: "Un giorno di regno" entstand zu der Zeit, als Verdi seine Kinder und seine erste Ehefrau verlor. Über ein Jahr lang komponierte er danach nicht.
Arrigo Boito war es, der den 75jährigen Verdi anhielt, William Shakespeares "Die lustigen Weiber von Windsor" in einer Oper zu verarbeiten. Frühere Versuche an den Shakespeare-Stücken "Der Sturm", "Tartuffe" und auch der Figur "Falstaff" - die sowohl bei "Heinrich IV." wie auch in "Die lustigen Weiber von Windsor" vorkommt - ließ der Komponist jeweils fallen.
Sein Spätwerk "Falstaff" war allerdings ein großer Erfolg und versöhnte Giuseppe Verdi endlich mit der Gattung der "Komischen Oper".

 

Handlung:

Akt I:

Im Wirtshaus wird Sir John Falstaff von Dr. Cajus beschuldigt, dessen Pferd zuschanden geritten zu haben. Zusätzlich sollen ihn Pistola und Bardolfo, Falstaffs Diener, bestohlen haben. Das mit dem Pferd gibt Falstaff zu, seine Diener kann er aber "wider genaueren Tatwissens" nicht anklagen. Dr. Cajus geht wütend ab. Beim Kassieren der Rechnung durch den Wirt stellt Falstaff fest, dass er keinen Groschen mehr besitzt - aber er hat immerhin einen Plan: Mit zwei identischen Briefen versucht er, die Damen Mrs. Meg Page und Mrs. Alice Ford dazu zu bewegen, die Schatzkassen ihrer Ehemänner zu Falstaffs Gunsten zu erleichtern. Sein Charme muss wirken!

Die Damen finden rasch heraus, dass die Briefe an sie gleichen Wortlauts sind und wollen dem dreisten Falstaff eine Lektion erteilen. Ebenso Mr. Ford, der Falstaff mit seiner Alice in flagranti erwischen möchte. Fords Tochter Nanetta ist voller Liebe zu dem Jüngling Fenton.

Akt II:

Mrs. Quickly, eine Freundin der Damen Page und Ford, ist instruiert und überbringt Falstaff eine vermeintliche Einladung von Mrs. Alice Ford. Deren Ehemann gibt unterdessen vor, Herr Fontana zu heißen und obendrein unsterblich verliebt in Alice Ford zu sein! Bei Mithilfe zur Eroberung winkt Belohnung. Das kommt Falstaff natürlich mehr als gelegen. Er wähnt sich in Sicherheit und hat den Triumph vor Augen.

In einer wilden Folge von Geschehnissen im Hause Ford versteckt sich der dicke Falstaff schließlich im Wäschekorb. Auch des Liebespaar Nanetta und Fenton hält sich schmusend versteckt. In Verwechslung wird das Tönen der Küsse des Paars für Falstaff gehalten und die Liebenden von Vater Ford entdeckt. Ablenkung durch Trubel, weil jemand meint, Falstaff woanders gesichtet zu haben. Letztendlich landet Falstaff mit Wäschekorb zu aller Erheiterung im Fluss.

Akt III:

Falstaff sitzt durchfrohren, nass und klagend. Mrs. Quickly schafft es aber tatsächlich, ihn zu einem weiteren Rendezvous mit Alice Ford zu überreden. Diesmal soll er ein Hirschgeweih tragen.
Im großen Schlussbild mit Vewechslung überall vermählt Mr. Ford seine Tochter Nanetta mit Fenton, da er ihn für seinen Wunschschwiegersohn Dr. Cajus hält. Der bekommt allerdings Falstaffs Diener Bardolfo zur Braut. Falstaff wird einmal mehr mit Spott und Hohn bedacht.

Die Schlussfuge ertönt: "Alles ist Spaß auf Erden, der Mensch als Narr geboren."

Personen:

Sir John Falstaff (Bariton)
Ford, Alices Gatte (Bariton)
Fenton, verliebt in Nanetta (Tenor)
Dr. Cajus (Tenor)
Bardolfo, in Falstaffs Diensten (Tenor)
Pistola, ebenso (Bass)
Mrs. Alice Ford (Sopran)
Nannetta, ihre Tochter (Sopran)
Mrs. Quickly, Freundin von Alice Ford (Mezzosopran)
Mrs. Meg Page, ebenso (Mezzosopran)
Der Wirt, Falstaffs Page Robin, ein Page bei Ford (stumme Rollen)
Bürgerinnen und Bürger von Windsor (Chor)