"Hänsel und Gretel" im Konzertsaal

1893 uraufgeführt

Libretto: Adelheid Wette (nach den Gebrüdern Grimm)

Hänsel und Gretel - Royal Opera House London 2008

Engelbert Humperdinck nannte "Hänsel und Gretel" ein "Kinderstubenweihfestspiel" - ein Seitenhieb auf Richard Wagner, der seinen "Parsifal" ein "Bühnenweihfestspiel" nannte. Humperdinck schrieb dieses spätromantische Werk in den frühen 1890er Jahren und seine Schwester Adelheid Wette verfasste das Libretto nach der Vorlage des gleichnamigen Märchens der Brüder Grimm. Humperdincks Schwester war es wahrscheinlich auch, die den Komponisten zu dem Werk anregte, sie soll ihn um Vertonung von "Hänsel und Gretel" - Liedern gebeten haben, die sie für ihre Kinder verfasst hatte. Die sehr erfolgreiche Uraufführung in Weimar fand 1893 unter keinem Geringeren als Richard Strauss statt und die Hamburger Erstaufführung folgte 1894 unter Gustav Mahler. "Hänsel und Gretel", in dem auch das berühmte Volkslied "Ein Männlein steht im Walde" vorkommt, ist heute eine festes Repertoirestück und wird besonders gerne zur Adventszeit in den Spielplan aufgenommen.

 

Handlung:

Akt I:

Daheim. Peter und Gertrud Besenbinder sind arm. Ihre Kinder Hänsel und Gretel hungern. Da eine Nachbarin einen Topf Milch geschenkt hat, werden die Kinder übermütig und vergessen auf ihre Arbeit. Die Mutter kehrt heim und ist ausser sich über die Faulheit der Kinder. In ihrer Wut stößt sie den Topf Milch um und jagt im Affekt die Kinder in den Wald, damit sie Beeren suchen. Irgendein Abendessen muss her. Sie klagt und ist erschöpft. Als der Vater heimkehrt hat er eine Menge Lebensmittel mit, es war ein guter Tag. Als er herausfindet, dass die Kinder im Wald sind, ist er besorgt um die Kleinen. Sie könnten von der Knusperhexe gefangen werden. Es dunkelt draussen und die besorgten Eltern machen sich auf die Suche.

Akt II:

Im Wald. Hänsel und Gretel haben eine Menge Beeren gefunden, aber bereits alle wieder aufgegessen. Es wird dunkel und sie können weder weitere Beeren noch ihren Heimweg finden. Der finstere Wald macht ihnen große Angst, doch das Sandmännchen beruhigt sie und sie schlafen ein. Engel bewachen ihren Schlaf.

Akt III:

Das Taumännchen weckt die beiden Kinder. Sie erblicken das Knusperhäuschen, das sie mit seinen süßen Naschereien anlockt. Als sie davon probieren kommt die Hexe und will sie in ihr Häuschen locken. Die Beiden versuchen zu fliehen, aber die Alte fängt sie mit ihrem Zauberstab. Hänsel landet im Käfig und soll gemästet und verspeist werden. Unterdessen muss Gretel im Haus den Tisch decken. Dem Mädchen gelingt es, seinen Bruder zu befreien. In weiterer Folge schaffen es die Kinder sogar, die böse Hexe in den Ofen zu stoßen und zu verbrennen. Die Zwei können sogar die Lebkuchenkinder, die als Zaun um das Hexenhäuschen stehen, zum Leben erwecken. Die erleichterten Eltern finden ihre Zöglinge und die böse Hexe wurde im Ofen zu einem süßen Lebkuchen. Alle trällern des Vaters Weisheit:
„Wenn die Not auf‘s Höchste steigt, Gott, der Herr, die Hand uns reicht!“

Personen:

Peter, Besenbinder (Bariton)
Gertrud, sein Weib (Mezzosopran)
Hänsel (Mezzosopran oder Alt)
Gretel (Sopran)
Die Knusperhexe (Mezzosopran, Sopran oder Tenor)
Sandmännchen (Sopran)
Taumännchen (Sopran)
Kuchenkinder (Kinderchor, Sopran- und Alt-Stimmen)