"Il Trovatore" im Konzertsaal

uraufgeführt 1853 in Rom

Libretto: Salvadore Cammarano und Leone Emmanuele Bardare nach einer Vorlage von Antonio Garcia Gutiérrez

Il Trovatore - Bregenzer Festspiele 2007
Klassik.TV Opernloge - kurze Videoeinführung

 

Die Handlung von Il Trovatore wird oft als ein wenig konfus emfpunden. Das hängt damit zusammen, dass sie strenggenommen nicht aus einer Geschichte besteht, sondern aus drei parallelen Handlungssträngen, die miteinander verflochten sind. Da diese Handlungsstränge gleichzeitig stattfinden und überdies auch noch die gleichen handelnden Personen einbeziehen, ist eine lineare Bühnenerzählung unter Einbeziehung aller Handlungs- und Personenmotive mit gewissen Vorbehalten zu sehen.

Musikalisch gehört der "Troubadour" zur fruchtbarsten Schaffensperiode Verdis, in die auch Opernschöpfungen wie "Rigoletto" und "La Traviata" (die sogenannte "Trilogia Popolare") fallen. "Il Trovatore" war ein sofortiger großer Publikumserfolg und wurde in den drei Folgejahren auf mehr als 200 Bühnen weltweit aufgeführt.

 

Vorgeschichte:

Spanien - 15. Jahrhundert: Der alte Graf Luna bezichtigt eine Zigeunerin zu Unrecht, sie habe einen seiner beiden Söhne mit einem Zauber belegt und lässt sie verbrennen. Ihre Tochter, Azucena, schwört Rache und entführt Manrico, den jüngeren der beiden Söhne des Grafen und zieht diesen in den Bergen als eigenes Kind auf. Der ältere Bruder, Graf Luna, hingegen bleibt bei der Familie in Aragón und wächst im Bewusstsein auf, sein jüngerer Bruder sei tot.

Handlung:

Akt I:

Manrico ist Offizier im Heer des Fürsten Urgel, dem Erzfeind des Hauses Aragón. Aufgrund seiner sängerischen Qualitäten, mit denen er das Herz der schönen Leonora gewinnt, nennt man ihn "Den Troubadour". Leonora lebt am Hofe Aragón und ist auch Favoritin des Grafen Luna, dessen Gefühle sie nicht erwidert. Im Palastgarten kommt es nachts zu einem Zusammentreffen der drei "Liebenden". Von Eifersucht getrieben, fordert Luna Manrico zum Duell. Manrico gewinnt und verschont Luna, weil eine geheimsvolle Zauber seinen Arm lähmt.

Akt II:

Im Zigeunerlager, nach einer Schlacht, wird Azucena von Alpträumen heimgesucht. Wirr erzählt sie vom Feuertod der Mutter und ihrer anschließenden Entführung des Luna-Sohnes. Manrico erfährt dabei, dass er nicht Azucenas leiblicher Sohn ist. Sie verschweigt ihm aber seine wahre Herkunft. Die immer noch auf Rache sinnende Azucena ist voller Unverständnis darüber, dass Manrico Luna verschont hat und ringt ihm das Gelöbnis ab, beim nächsten Aufeinandertreffen nicht zu zögern. Der Soldat Ruiz kommt an und meldet, dass Leonora, in der Meinung, Manrico sie tot, ins Klostern eintreten will und Manrico zum Kommandaten einer Festung bestimmt wurde, die gegen die Armee von Luna gehalten werden muss. Als Luna versucht, Leonora durch Entführung am Eintritt ins Kloster zu hindern, kommt ihm Manrico zuvor und flieht mit Leonora in die Festung unter seinem Kommando.

Akt III:

Im Kriegslager von Graf Luna wird Azucena gefangengenommen und ihre wahre Identität aufgedeckt. Mit ihr als Geisel wittert Luna seine Chance, seinen Widersacher Manrico zusammen mit Leonora zur Aufgabe zu zwingen. Vor den Mauern der Festung lässt Luna einen Scheiterhaufen zur Hinrichtung von Azucena errichten. Um Azucena zu retten, befiehlt Manrico einen chancenlosen Angriff auf Lunas Truppen, unterliegt und wird gefangen genommen.

Akt IV:

Um die Hinrichtung von Manrico zu verhindern, verspricht Leonora dem Grafen Luna die Heirat, nimmt aber in ihrer Verzweiflung kurz danach ein tödliches Gift. Als sie Manrico die Nachricht von seiner Befreiung überbringt, fühlt sich dieser durch die vermeintliche Hinwendung seiner Geliebten zu Luna verraten. Erst im Moment ihres Todes erkennt Manrico ihre Treue. Luna, rasend vor Wut, lässt Manrico vor den Augen Azucenas hinrichten. Den toten Manrico vor Augen erschüttert Azucena den Grafen Luna mit der Botschaft: "Er war dein Bruder". Ihre Worte: "Sei vendicata, o madre!" (Mutter, dein Schicksal ist gerächt) bilden den tragischen Schlusspunkt des Dramas.

Personen:

Manrico (der Troubadour), Offizier des Fürsten Urgel, vermeintlicher Sohn Azucenas (Tenor)
Graf Luna, junger aragonischer Edelmann (Bariton)
Leonora, Gräfin von Sargosta und Hofdame der Prinzessin von Aragón (Sopran)
Azucena, eine Zigeunerin (Mezzosopran oder Alt)
Ferrando, Hauptmann im Heer des Grafen Luna (Bass)
Ines, Leonoras Gesellschafterin (Sopran)
Ruiz, Soldat im Gefolge Manricos (Tenor)
ein alter Zigeuner (Bass)
ein Bote (Tenor)
Chor