"Il viaggio a Reims" im Konzertsaal

1825 uraufgeführt

Libretto: Giuseppe Luigi Balocchi

Il viaggio a Reims - Théâtre du Châtelet Paris 2005

Zu deutsch "Die Reise nach Reims" war Gioachino Rossinis letzte Oper in italienischer Sprache, danach folgten ausschließlich französischsprachige. Anlass für das Werk war die Krönung des französischen Königs Karl X. 1824, die auch in der Handlung eine wichtige Rolle spielt. Der Monarch war bei der Premiere in Paris anwesend. Rossini schrieb seinem mächtigen Ensemble am Pariser "Théâtre Italien" ein virtuoses Nummernprogramm auf den Leib und zog die Oper noch im selben Jahr nach wenigen Aufführungen zurück - wahrscheinlich, um die Musik auch noch in anderen Arbeiten einsetzen zu können. 1854 wurde eine Bearbeitung von Rossini unter dem Titel "Il viaggio a Vienna" anlässlich der Hochzeit von Kaiser Franz Joseph I. und Elisabeth in Wien aufgeführt. Auch 2005 zur Krönung von Fürst Albert II. von Monaco wurde "Il viaggio a Reims" im frisch renovierten monegassischen Opernhaus gespielt.

 

Handlung:

Die Krönung Karls X. findet am nächsten Tag in Reims statt und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Eine illustre und auch sehr zahlreiche Truppe unterschiedlichster Charaktere und Herkunft steigt auf der Reise zu der Krönung im Badehotel "Zur Goldenen Lilie" von Madame Cortese in Plombières ab. Die Gruppe beschnuppert sich neugierig und wird schließlich von der Hiobsbotschaft überrascht, dass es keine brauchbaren Pferde mehr zur Weiterreise gäbe.

Verzweiflung macht sich breit, doch Madame Cortese berichtet zu aller Erleichterung von einem Brief ihres auf Reisen befindlichen Gemahls. In diesem Schreiben steht, dass zur Rückkehr Karls X. nach Paris ein pompöses Fest gegeben wird und alle sind getröstet. Zur Feier dieser guten Nachricht geben die internationalen Gäste musikalische Kostproben aus ihrer Heimat. Zum krönenden Abschluss trägt Corinna, eine berühmte römische Improvisationskünstlerin, "aus dem Stehgreif" eine Arie zu Ehren Karls X. vor. Salute und Hochs auf Karl und Frankreich beenden die Oper standesgemäß.

Personen:

Corinna, eine berühmte römische Improvisationskünstlerin (Sopran)
Marquise Melibea, eine polnische Edelfrau, Witwe eines italienischen Generals, der am Hochzeitstag bei einem feindlichen Überraschungsangriff starb (Mezzosopran)
Gräfin von Folleville, eine junge Witwe, voll Anmut und Temperament, modenärrisch (Sopran)
Madame Cortese, eine geistvolle, liebenswerte Dame aus Tirol, Frau eines französischen reisenden Kaufmanns und Besitzerin des Badehotels (Sopran)
Chevalier Belfiore, ein junger, fröhlicher und eleganter französischer Offizier, der allen Damen, besonders die Gräfin von Folleville, den Hof macht und sich als Amateurmaler betätigt (Tenor)
Graf von Libenskof, ein russischer General von ungestümem Wesen, verliebt in die Marquise Melibea und außerordentlich eifersüchtig (Tenor)
Lord Sidney, ein englischer Oberst, heimlich verliebt in Corinna (Bass)
Don Profondo, Literat, Freund von Corinna, Mitglied verschiedener Akademien und besessener Sammler von Altertümern (Basso Cantabile)
Baron von Trombonok, ein deutscher Major, Musikfanatiker (Bassbuffo)
Don Alvaro, ein spanischer Grandem Admiral, verliebt in die Marquise Melibea (Bass)
Don Prudenzio, Arzt des Badehotels (Bass)
Don Luigino, Gräfin von Follevilles Cousin (Tenor)
Delia, eine junge griechische Waise in der Obhut Corinnas, deren Reisebegleiterin (Sopran)
Maddalena, gebürtig aus Caux, Normandie, Hausdame des Badehotels (Sopran)
Modestina, ein zerstreutes Mädchen, schüchtern und langsam, Zofe Gräfin von Follevilles (Sopran)
Zefirino, Bote (Tenor)
Antonio, Haushofmeister (Bass)
Gelsomino, Hausdiener (Tenor)
Vier Wanderkünstler (2 Soprane, 2 Tenöre)
Chor der Bauern, Gärtner und Gärtnerinnen (gemischter Chor)