"La Traviata" im Konzertsaal

uraufgeführt März 1853 im Teatro La Fenice, Venedig

Libretto: Francesco Maria Piave

La Traviata - Salzburger Festspiele 2005
Klassik.TV Opernloge - kurze Videoeinführung

 

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mit einem Schlag ein Thema salonfähig, das zuvor in der Opernwelt, die mit ihren oft teuren Produktionen meist feudalen Mäzenen huldigen mußte, undenkbar war: Das Schicksal von Kurtisanen. "La Traviata" (wörtlich: die "vom Weg abgekommene"),  heute eine der erfolgreichsten und meistaufgeführten Opern Verdis, bildet hier keine die Ausnahme. Das Libretto von Franceso Piave fußt auf dem Roman "Die Kameliendame" von Alexandre Dumas aus dem Jahr 1849, einem echten Bestseller, dessen Erfolg auch dem zunehmenden Selbstbewußtseins des Bürgertums geschuldet war. Erstaunlicherweise war die Traviata kein Premierenerfolg. Möglicherweise war das Thema und seine Behandlung in der Opernwelt, so kurz nach dem Erscheinen des Romans, noch ein wenig zu weit vorne. Schon bald aber verstummte die Kritik. Verdi hatte es vorhergesehen. Nach der dem Flop der Premiere soll er gesagt haben: "Il tempo ci dirà" (Die Zeit wird es zeigen).

 

Handlung:

Akt I:

Paris - im Oktober: Auf einer von ihren mondänen Salonparties lernt die schöne, zarte und schon von Krankheit gezeichnete Ikone der Pariser Halbwelt, Violetta Valéry, den Patriziersohn Alfredo Germont kennen. Aus Liebe zu ihm ist sie bereit, ihren bisherigen, schwelgerischen Lebensstil als Kurtisane reicher Patrizier und Adliger aufzugeben und sich mit ihm auf das Land zurück zu ziehen.

Akt II:

Auf dem Lande vor Paris - im Januar: Das Erscheinen von Alfredos Vater setzt der ländlichen Idylle der beiden Liebenden ein Ende. Obwohl er die Aufrichtigkeit und Tiefe von Violettas Liebe für seinen Sohn Alfredo erkennt, nutzt er die Abwesenheit seines Sohnes, um Violetta die Perspektivlosigkeit ihrer Beziehung vor Augen zu halten und ihr schließlich das Versprechen abzuringen, auf Alfredo zu verzichten. Violetta willigt aus Liebe zu Alfredo ein, reist heimlich und überstürzt ab und hinterlässt Alfredo nur eine kurze Notiz.

Akt III:

Im Ballsaal von Floras Anwesen - An der Hand ihres Bewunderers Baron Douphol erscheint Violetta zum Ball und versetzt damit Alfredo in rasende Eifersucht. Die vermeintlichen Widersacher messen sich im Kartenspiel, das Alfredo zunehmend gewinnt. Mit dem gewonnenen Geld in der Hand fordert er Violetta auf, zu ihm zurückzukehren. Ihre für ihn unverständlich abweisende Haltung läßt ihn völlig seine Fassung verlieren. Er beginnt, Violetta zu beleidigen und wird schließlich vom Baron dafür zum Duell gefordert.

Akt IV:

Violettas Schlafzimmer - Violetta ist von ihrer alten Krankheit, der Schwindsucht, wieder eingeholt worden. Verlassen von praktisch all ihren Freunden, ist sie völlig verarmt. Zuletzt kehrt Alfredo wieder zu ihr zurück. Sein Vater hat ihm  Violettas selbstlosem Verzicht gestanden und ihn darum gebeten, Violetta um Verzeihung zu bitten. Überglücklich Alfredo zu sehen, versucht sich Violetta zu erheben. Aber es ist bereits zu spät. Während Alfredos Vater mit dem Arzt zu Hilfe eilt, stirbt Violetta in Alfredos Armen.

Personen:

Violetta Valéry (Sopran)
Flora Bervoix, Freundin von Violetta (Mezzosopran)
Annina, Dienerin und Vertraute Violettas (Sopran)
Alfredo Germont, Geliebter Violettas (Tenor)
Giorgio Germont, sein Vater (Bariton)
Gastone, Bekannter von Violetta und Alfredo (Tenor)
Barone Douphol, Bekannter Violettas, auch ihr Verehrer (Bariton)
Marchese d’Obigny, Bekannter Violettas (Bass)
Dottore Grenvil, Violettas Arzt (Bass)
Giuseppe, Violettas Diener (Tenor)
Ein Diener Floras (Bass)
Ein Dienstmann (Bass)
Freunde Violettas und Floras, Stierkämpfer, Zigeuner, Maskierte u. a. (Chor)