"Lady Macbeth von Mzensk" im Konzertsaal

1934 uraufgeführt

Libretto: Alexander Preis und Dimitri Schostakowitsch

Lady Macbeth von Mzensk - Het Muziektheater Amsterdam 2006

"Lady Macbeth von Mzensk" ist Schostakowitschs zweite Oper. Das Libretto verfasste Alexander Preis nach Vorlage der gleichnamigen Novelle von Nikolai Leskow. Es scheint kein Zufall zu sein, dass die Thematik von Erotik und starkem, selbstbewussten Frauenbild Dimitri Schostakowitsch interessierte - er lernte zu dieser Zeit seine große Liebe und spätere Frau kennen.
"Lady Macbeth von Mzensk" feierte nach der triumphalen Uraufführung am 22. Januar 1934 in Leningrad zwei Jahre lang reihenweise Erfolge - Schostakowitschs Popularität wuchs immens.
Am 26. Januar 1936 besuchte Stalin mit Molotow und anderen Granden eine Aufführung der Oper im Bolschoi-Theater in Moskau. Die Vorstellung missfiel und sämtliche Aufführungen wurden gestoppt. Eine schwere Zeit für Dimitri Schostakowitsch brach an. Heute können wir das Meisterwerk ungestört genießen.

 

Handlung:

Akt I:

Katerina, eine eine attraktive junge Dame, ist mit dem Kaufmann Sinowij Borissowitsch Ismailow verheiratet. Sie leidet unter ihrem herrischen Schwiegervater Boris Timofejewitsch Ismailow und ist auch unglücklich in ihrer Ehe. Sie möchte während einer Dienstreise des Ehemannes ihren Alltag durchbrechen und lässt sich mit dem flotten Sergej ein.

Akt II:

Der Schwiegervater entdeckt die Affäre. Mit Rattengift im Essen führt Katerina den ungeliebten Herren ins Jenseits. Nun steht regelmäßigen Nächten mit Sergej nichts mehr im Wege, allerdings plagt sie doch das schlechte Gewissen. Nach der unerwarteten Rückkehr ihres Mannes Sinowij entdeckt dieser einen Gürtel Sergejs und schlägt auf sie ein. Der zuvor in ein Versteck gehastete Liebhaber eilt ihr zu Hilfe und gemeinsam beenden sie Sinowijs Leben.

Akt III:

Die Hochzeit von Sergej und Katerina ist geplant, doch da wird Sinowijs Leiche im Keller des Hauses entdeckt. Während der Hochzeitsfeier werden die Beiden von der Polizei abgeführt und in Folge zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt.

Akt IV:

Katerina versucht während des Transportes ins Lager zum geliebten Sergej zu gelangen. Durch Bestechung eines Wärters gelingt dies. Sergej gibt ihr die Schuld an allem. Obendrein macht er sich an die junge Sonjetka heran, die ihn aber nur gewähren lassen will, wenn er ihr ein paar Strümpfe besorgt. Sergej nimmt diese Katerina unter einem Vorwand ab und gibt sie Sonjetka. Katerina attakiert Sonjetka, beide landen im eisigen Fluss und ertrinken.

Personen:

Boris Timofejewitsch Ismailow (Bariton), Kaufmann
Sinowij Borissowitsch Ismailow (Tenor), sein Sohn, Kaufmann
Katerina Ismailowa (Sopran), dessen Frau
Sergej (Tenor), Handlungsgehilfe bei Ismailow
Aksinja (Sopran), Köchin
Der Schäbige (Tenor), ein verkommener Arbeiter
Verwalter (Bass)
Hausknecht (Bass)
3 Vorarbeiter (Tenöre)
Mühlenarbeiter (Bariton)
Kutscher (Tenor)
Pope (Bass)
Polizeichef (Bariton)
Polizist (Bass)
Lehrer (Tenor)
Betrunkener Gast (Tenor)
Sergeant (Bass)
Wächter (Bass)
Sonjetka (Alt), Zwangsarbeiterin
Alter Zwangsarbeiter (Bass)
Zwangsarbeiterin (Sopran)
Geist des Boris Timofejewitsch (Bass)
Chor: Arbeiter, Polizisten, Gäste, Zwangsarbeiter