"Les Paladins" im Konzertsaal

1760 uraufgeführt

Libretto: Autor unbekannt (vermutlich Duplat de Monticourt)

Les Paladins - Theatre du Chatelet Paris 2004

Dieses späte Werk Jean-Philippe Rameaus könnte man als Statement das Komponisten werten, sich im sogenannten "Buffonistenstreit" (Paris 1752-1754) nicht eindeutig einer Partei zuordnen zu lassen. Die Konservativen aus der Tradition der "tragédie lyrique" mit dem Vorbild Jean-Baptiste Lullys wollten Rameau nur allzu gerne auf ihrer Seite sehen, galt es doch den royalen Glanz zu wahren und die aufklärerischen Anhänger der italienischen "opera buffa" in Zaum zu halten. "Les Paladins" vereint Elemente beider Gattungen. Die Darstellung der Handlung ist von der italienischen "commedia dell'arte" geprägt und auch in der Musik lässt sich der Komponist von den Italienern inspirieren. Ballette und aufwendige Szenerie mit viel Pomp bedienen allerdings die französichen Operntraditionen - und so widersetzt sich Jean-Philippe Rameau erfolgreich jeglicher Vereinnahmung.

 

Handlung:

Auf einer Geschichte des französischen Dichters La Fontaine aufbauend, geht es um den alten Anselme, der die junge Argie begehrt und auch festhält. Die Dame hat ihr Herz aber einem anderen geschenkt, dem tapferen Atis. Über zahlreiche abenteuerliche und stürmische Wege suchen die beiden Liebenden den gemeinsamen Hafen des Glücks.

Personen:

Anselme (Bass)
Argie (Mezzosopran)
Orcan (Bariton)
Nérine (Sopran)
Atis (Tenor)
La fée Manto (haute-contre)
Un paladin (Tenor)