"L'incoronazione di Poppea" im Konzertsaal

uraufgeführt 1642 in Venedig

Libretto: Giovanni Francesco Busenello

L’incoronazione di Poppea - Oper Zürich

An der Schwelle von der Renaissance zum Barock, und damit an der eigentlichen Wiege der Entstehung dessen, was wir heute Oper nennen, steht das Werk des musikalischen Genies Claudio Monteverdi. Von den insgesamt 18 Werken des Meisters sind nur drei überliefert: "L'Orfeo", die erste Oper der Musikgeschichte, "L'incoronazione di Poppea", Monteverdi's innovativstes Werk und "Il ritorno di Ulisse in patria". Die "Poppea" gilt als das erste Werk in der Operngeschichte, das nicht am Hofe eines Feudalherrschers, sondern für ein öffentliches Theater in Venedig entstand. Vielleicht auch ein wenig in Anlehnung an die in Venedig entstandene und gepflegte comedia del'arte finden wir in der "Poppea" zum ersten mal die Rollenstruktur, die später noch vom "Figaro" bis hin zum "Rosenkavalier" für hunderte von Opern fester Bestandteil sein sollte: Das noble Paar, dem ein lustiges Buffo-Paar als heitere Antipoden gegenüberstehen. Ein lustiger Alter und ein verliebter Page runden das Rolleninventar ab und ermöglichen die unterhaltsame Verbindung von großem Drama mit deftiger Komödie.

 

Handlung:

Prolog:

Fortuna und Virtú (Schicksal und Tugend) streiten darüber, wer von ihnen den Lauf der Welt beherrscht. Da gesellt sich Amor dazu und düpiert die Streitenden, indem er ihnen eröffnet, dass allein die Liebe über alles regiert (siehe Akt II).

Akt I:

Der Feldherr Ottone kehrt aus dem Krieg zurück und findet vor seinem Haus die schlafenden Wachen des Kaisers Nero, der offensichtlich die Nacht mit Ottones Frau Poppea verbringt. Ottone versteckt sich. Nachdem der Kaiser das Haus verlassen hat, warnt Poppeas Amme Arnalta ihre Herrin vor der Verbindung mit dem Kaiser. Auch des Kaisers Gattin, Ottavia, ist alles andere als glücklich über die Eskapaden ihres Gatten, schlägt aber den Vorschlag ihrer Amme, sich mit einem eigenen Liebhaber schadlos zu halten aus. Auch der Philosoph und Erzieher Nero's, der ehrwürdige Seneca, überzeugt Ottavia mit seinem Vortrag über Tugendhaftigkeit nur ansatzweise. Allerdings bittet sie ihn, zumindest seinen Einfluss im Senat gegen die Abenteuer ihres Gatten geltend zu machen. Während Seneca anschließend über die Last des Herrschens philosophiert, verkündigt ihm Pallas Athena sein bevorstehendes Lebensende. Der Stoiker nimmt dies gelassen hin. Und prompt entwickelt sich anschließend zwischen ihm und Nero ein Streit, der sein Lebensende bedeutet. Nero ist ungehalten darüber, dass sein Erzieher gegen seinen Plan steht, Ottavia zu verstossen, um Poppea zu heiraten. Als sich kurz darauf Poppea und Nero wieder ihre Liebe gestehen, beschleßt Nero, Seneca zu beseitigen. Aber auch Ottone versucht, Poppea zurückzugewinnen. Als ihm das nicht gelingen will, versucht er sich zumindest mit Drusilla zu trösten. Auf seinem Landsitz erreicht Seneca die Botschaft vom tödlichen Befehl Nero's. Wie es sich für einen echten Stoiker ziemt, versammelt Seneca seine Jünger um sich und schneidet sich in der Badewanne die Pulsadern auf.

Akt II:

Nero feiert zusammen mit seinem Freund, dem Dichter Lucano, bei einem Gelage den Tod Seneca's. Nero befleissigt sich als Amatuer-Poet und ersinnt eine Hymen, die die Schönheit von Poppea preisen soll. Ottavia hingegen hat mit Seneca ihren letzten Beistand verloren und will den zaudernden Ottone dazu nötigen, Poppea, in Frauenverkleidung zu töten. Seine Geliebte Drusilla soll ihm dazu die Kleider leihen. Als Ottone sich in Drusilla's Kleidern der schlafenden Poppea nähert, erscheint Amor aus dem Himmel und rettet die Bedrohte, die glaubt, Drusilla habe sie töten wollen. Ottone kann unerkannt entkommen.

Akt III:

Drusilla sieht mit Freude ihrer Vereinigung mit Ottone entgegen, wird aber des Mordversuchs an Poppea bezichtigt und festgenommen. Als sie Nero vorgeführt wird, bekennt sie sich zu der Tat, um Ottone zu schützen. Kurz danach steht Ottone selbst vor dem Kaiser und gibt sich als der wahre Täter zu erkennen. Nero verfügt die Verbannung für Ottone, die ihm allerdings durch die Begeleitung Drusilla's ein wenig versüßt wird. Auch Ottavia wird aus Rom verwiesen. Damit sind alle Hürden für die Krönung Poppea'a aus dem Weg geräumt. Ob hier allerdings wirklich nur die Liebe triumphiert hat, steht auf einem anderen Blatt.

Personen:

Nerone (Mezzosopran)
Ottavia (Mezzosopran)
Poppea (Sopran)
Ottone (Alt)
Seneca (Bass)
Arnalta (Tenor)
Valletto (Tenor)
Damigella (Sopran)
Drusilla (Sopran)
Nutrice (Alt)
Todesbotin
Pallade (Tenor)
Fortuna (Sopran)
Virtù (Sopran)
Amore (Sopran)
Mercurio (Bass)
Lucano (Tenor)
2 Soldaten, 3 Schüler, Liberto, Littore, I Famigliari