"Lohengrin" im Konzertsaal

1850 uraufgeführt

Libretto: Richard Wagner

Lohengrin - Nationaltheater München 2009

Grundlage für Richard Wagners Libretto war das Versepos "Parzival" von Wolfram von Eschenbach - mit seiner Figur des "Loherangrîn". Der Gralsritter Loherangrin, Sohn Parzivals, wird der Herzogin von Brabant als Beschützer gesandt - wohlgemerkt auf einem Schwan. Als Bedingung für seinen Schutz darf sie ihn niemals nach seinem Namen fragen. Diesen Punkt machte Richard Wagner zur zentralen Frage seiner Oper, mit der er seine revolutionäre "durchkomponierte" Form aus der Taufe hob.

 

Handlung:

Akt I:

König Heinrich möchte die deutschen Herzogtümer gegen die Ungarn vereinen. Mit dem Herzogtum Brabant gibt es Probleme, weil die Herzogstochter Elsa eine Verbindung mit Telramund abgelehnt hat und der Thron seit des Herzogs Tod leer steht. Telramund nimmt Ortrud aus dem ehemaligen Herrschergeschlecht der Radbods zur Frau und erhebt Anspruch auf die Regentschaft Brabants. Obendrein bezichtigt er Elsa des Mordes an ihrem jüngeren Bruder Gottfried, der auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Vor König Heinrich verteidigt sich Elsa mit der Vision, dass ein gottgesandter Kämpfer für sie einstehen werde. Heinrich ruft zum Gottesgericht und tatsächlich erscheint ein von einem Schwan geleiteter Ritter, um für Elsa zu kämpfen. Als Bedingung dafür darf Elsa nie nach seinem Namen Fragen. Sie willigt ein, der Unbekannte besiegt Telramund, verzichtet aber auf dessen Tötung und wird als neuer Anführer Brabants akzeptiert.

Akt II:

Die Besiegten um Telramund und Ortrud vermuten Zauber hinter dem Fremden. Sie wollen das Geheimnis lösen und die Macht erobern. Elsa und der geheimnisvolle Ritter sollen getraut werden und König Heinrich ruft die Brabanter auf, sich hinter ihrem neuen Herren zum Kampfe gegen Ungarn zu bereiten. Ortrud und Telramund zweifeln das Gottesgericht öffentlich an. Elsa ringt mit ihrem Versprechen, nicht nach dem Namen zu fragen, hält sich aber daran und die Trauung wird vollzogen.

Akt III:

Elsa zweifelt an der Zukunft ihrer Ehe und kann nicht widerstehen, ihren Gatten nach seinem Namen und seiner Herkunft zu befragen. Er verspricht, das Geheimnis vor ihr, dem Volke Brabants und König Heinrich zu lüften. Ein Versuch Telramunds, den Ritter zu überwältigen endet für den Angreifer tödlich. Der versprochene Bericht folgt: Er ist der Sohn von Parzival, dem Gralskönig, und heiße Lohengrin. Da sich Elsa nicht an ihr Versprechen gehalten hat, stehe er nicht mehr zur Verfügung und müsse mit dem Schwan in seine Heimat zurückkehren. Ebendieser wird von Ortrud als der verschollene Gottfried, Elsas Bruder, bezeichnet - sie selbst habe ihn verzaubert. Gottfried wird durch ein Gebet Lohengrins von seinem Zauber befreit, zurückverwandelt und kehrt als zukünftiger Herrscher heim nach Brabant. Ortrud sinkt tot zu Boden und auch Elsa stirbt.

Personen:

Heinrich der Vogler, deutscher König (Bass)
Lohengrin (Tenor)
Elsa von Brabant (Sopran)
Friedrich von Telramund, brabantischer Graf (Bariton)
Ortrud, Friedrichs Gemahlin (dramatischer Sopran oder Mezzosopran)
Der Heerrufer des Königs (Bariton)
Vier brabantische Edle (zwei Tenöre, zwei Bässe)
Vier Edelknaben (zwei Soprane, zwei Alti)
Herzog Gottfried, Elsas Bruder (stumme Rolle)
Chor