"Madama Butterfly" im Konzertsaal

1904 uraufgeführt

Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica

Madama Butterfly - Sferisterio Marcerata 2009

Genauso wie bei Puccinis Folgeoper "La fanciulla del West" bot ein Bühnenstück des Amerikaners David Belasco die Vorlage für das Libretto. Sein "Madame Butterfly" basiert wiederum auf einer Kurzgeschichte (1898) seines Landsmannes John Luther Long. Auch Auszüge aus Pierre Lotis "Madame Chrysanthème" (1887) kommen in der Geschichte vor. Nach einer wenig erfolgreichen Premiere an der Mailänder Scala am 17. Februar 1904 überarbeitete Giacomo Puccini die Oper und teilte den zweiten Akt in zwei eigenständige Akte - aus einem Zweiakter wurde ein Dreiakter. In dieser Version, und wahrscheinlich auch besser vorbereitet, hatte "Madama Butterfly" am 28. Mai 1904 in Brescia eine triumphale erste Aufführung. Der Komponist überarbeitete die Oper insgesamt fünf Mal. 1907 entstand die letzte, mittlerweile meistgespielte Fassung. Heute ist dieses Werk einer der ganz großen Klassiker mit legendären Arien und darf keinem Opernhaus fehlen.

 

Handlung:

Akt I:

Benjamin Franklin Pinkerton, ein im japanischen Nagasaki stationierter amerikanischer Marineoffizier, hat über Vermittlung des Herren Goro ein Komplettpaket erworben: Haus samt Frau, einer Geisha namens Cho-Cho-San, "Butterfly" genannt. Die Hochzeit mit dieser ist für den Amerikaner mehr eine Sache der Bequemlichkeit, will er doch letztendlich eine Amerikanerin als Ehefrau. Für Butterfly ist die Angelegenheit allerdings ernster und sie konvertiert heimlich zum Christentum. Es wird Hochzeit gefeiert, das Fest aber durch Bonze, Butterflys nicht geladenen Onkel, aufgelöst - er hat von ihrem Religionswechsel erfahren! Die Hochzeitsnacht der Beiden findet allerdings trotzdem statt.

Akt II:

Offizier Pinkerton hat kurz nach der Hochzeit Japan verlassen und Butterfly wartet nun schon drei Jahre im festen Glauben an seine Wiederkehr zu ihr. Sie ist allerdings die Einzige damit. Der Kuppler Goro versucht sie abermals an den Mann zu bringen, sie lehnt ab. Endlich kündigt sich des verehrten Ehemannes Ankunft an. Auf gutgemeinte Warnung, dass er vielleicht nicht wegen ihr komme, verweist sie auf ihren dreijährigen Sohn, der kurz nach Pinkertons Abreise zur Welt kam. Voll Vorfreude erwartet sie die ersehnte Stunde des Wiedersehens und schmückt liebevoll das Haus für des Geliebten Ankunft.

Akt III:

Benjamin Franklin Pinkerton kommt in Begleitung seiner amerikanischen Frau Kate. Sie wollen Butterflys Sohn nach Amerika holen und dort aufziehen. Als Pinkerton das dekorierte Haus erblickt, überkommen ihn Zweifel. Er sieht seine Fehler, kann Butterfly nicht gegenübertreten und flüchtet. Die Zurückbleibenden um Kate überbringen Butterfly die Nachricht, dass sie den Sohn mitnehmen wollen. Butterfly willigt ein, aber unter der Bedingung, Pinkerton noch einmal sprechen zu können. Sie gibt dem Sohn eine amerikanische Flagge in die Hand und zieht sich hinter einen Paravan zurück. Dort nimmt sie sich das Leben. Pinkerton ist zu spät.

Personen:

Cho-Cho-San, genannt „Butterfly“ (Sopran)
Suzuki, Butterflys Dienerin (Mezzosopran)
Kate Pinkerton (Sopran)
Benjamin Franklin Pinkerton, der amerikanische Marineleutnant (Tenor)
Sharpless, der amerikanische Konsul (Bariton)
Goro (Tenor)
Yamadori, der Fürst (Tenor)
Onkel Bonze (Bass)
Die Mutter Butterflys (Sopran)