"Manon" im Konzertsaal

1884 uraufgeführt

Libretto: Henri Meilhac und Philippe Gille

Manon - Wiener Staatsoper 2007
Klassik.TV Opernloge - kurze Videoeinführung

 

Genauso wie Puccinis spätere "Manon Lescaut" (1893) hat diese Oper den Roman "Histoire du Chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut" des Abbé Prévost zur Grundlage. Puccinis Verarbeitung des Stoffes behielt lange die Oberhand auf den Spielplänen der Opernhäuser. Mittlerweile hat Jules Massenets "Manon" aber ihren festen Platz am Opernhimmel und zählt zu den meistgespielten Werken französischer Musikliteratur. Die große amerikanische Sopranistin Beverly Sills bezeichnete die von der Interpretin viel Kraft fordernde Titelpartie als "die französische Isolde".

 

Handlung:

Akt I:

Im französischen Amiens hält wie immer die Postkutsche nach Paris. Unter den Fahrgästen befindet sich die hübsche Manon Lescaut, die von ihrem Cousin, dem Soldaten Lescaut, abgeholt wird. Manon soll unter des Soldaten Schutze die ihr zugedachte Zukunft im Kloster erreichen. Der Cousin hat wenig Lust auf diese Aufgabe und so geschieht es, dass das Mädchen von so manchem Lüstling bedrängt auf den jugendlichen Chevalier des Grieux trifft, seine Zukunft selbst in die Hand nimmt und in trauter Zweisamkeit nach Paris türmt.

Akt II:

Paris. In ihrer Wohnung lesen Manon und des Grieux das Schreiben, mit dem der Chevalier seinen Vater um Einwilligung zur Hochzeit bewegen will - man sieht geringe Chancen. Es kommt Besuch in Form von Cousin Lescaut und dem reichen Edelmann de Brétigny, der schon in Amiens ein Auge auf Manon geworfen hatte. Der ursprünglich verärgerte Cousin lässt sich durch den Brief von den ernsten Absichten des Grieux' überzeugen und besänftigen. De Brétigny allerdings berichtet Manon von den kurz bevorstehenden Absichten des alten des Grieux, seinen Sohn gewaltsam zurückzuholen. Der Edelmann bietet Manon Prunk und Reichtum für ihre Zuwendung. Sie überlegt - schweren Herzens - erliegt der reichen Verlockung und geht mit de Brétigny. Der ausgebüchste Chevalier wird eingefangen und dem Vater gebracht.

Akt III:

Manon lebt ein Leben in Pracht und Gloria. Alle, und besonders die männlichen Mitglieder der Gesellschaft, liegen ihr zu Füßen. Als sie erfährt, dass ihr ehemaliger Geliebter Chevalier des Grieux kurz vor der Priesterweihe steht, will sie es nicht glauben. Im Priesterseminar findet sie den jungen Mann, der gerade erst seinen Vater mit der dringenden Bitte, das angestrebte Amt zu überdenken, abblitzen ließ. Absoluten Willens, Gottes Diener zu werden, bekommt er Besuch von Manon. Sie umgarnt ihn, ist schließlich erfolgreich und die Verbindung steht wieder.

Akt IV:

Manon ist an hohe Standards gewöhnt und dem Chevalier gehen die finanziellen Mittel aus. Auf Manons Vorschlag hin soll er spielen, um an Geld zu kommen. Er probiert dies und gewinnt tatsächlich in so hohem Maße, dass er des Falschspiels bezichtigt wird. In Anwesenheit seines Vaters wird er samt Manon festgenommen. Die schützende väterliche Hand reicht wenig überraschend nur für den Chevalier und letztendlich ist es einzig Manon, die ins Gefängnis gebracht werden soll.

Akt V:

Der Chevalier des Grieux möchte Manon mit Hilfe ihres Cousins Lescaut aus dem Transport zum Gefängnis befreien. Sämtliche anderen Helfer sind bereits auf und davon und das Unterfangen ist aussichtslos. Mit seinem letzten Geld schafft es des Grieux, die mittlerweile Todkranke für ein letztes Mal sehen zu dürfen. Sie bittet ihn um Vergebung ihrer Irrwege und stirbt in seinen Armen.

Personen:

Manon Lescaut (Lyrischer Koloratursopran)
Poussette (Lyrischer Sopran), Freundin
Javotte (Soubrette), Freundin
Rosette (Mezzosopran, auch Spielalt), Freundin
Lescaut (Bariton), Manons Cousin
Chevalier des Grieux (Tenor)
Graf des Grieux, dessen Vater (Bass)
Guillot de Morfontaine (Tenor), ein reicher Pächter
De Brétigny (Bariton), ein Edelmann
der Wirt (Bass)
zwei Gardisten (Tenor)
Chor: Bürger von Amiens, Reisende, Gäste, Gepäckträger, Postillons, Bürger von Paris, Verkäufer und Verkäuferinnen, vornehme Damen, Spieler, Schwindler, Soldaten