"Mitridate, re di Ponto" im Konzertsaal

1770 uraufgeführt

Libretto: Vittorio Amadeo Cigna-Santi

Mitridate, re di Ponto - Royal Opera House 1993

Mozart verfasste diese opera seria mit gerade einmal 14 Jahren. Er hatte sogar schon früher an Opern und Singspielen gearbeitet. "Mitridate, re di Ponto" entstand während einer Italienreise im Jahre 1770. Das Libretto hat ein italienische Übersetzung von Jean Racines Drama "Mithridate" zur Vorlage. Auf der Reise durch Italien lernten die Mozarts in Bologna den tschechischen Komponisten Josef Mysliveček kennen, der in Folge spürbaren Einfluss auf Mozarts Kompositionshandwerk hatte. So besteht zwischen "Mitridate, re di Ponto" und Myslivečeks Oper "La Ninetti" ein Verbindung. Mozart übernahm sogar einige musikalischen Motive und lernte von der Kompositionserfahrung Myslivečeks. Die Uraufführung von "Mitridate, re di Ponto" wurde trotz Skepsis gegenüber Mozarts Jugendlichkeit ein Erfolg. Dieser ebbte dann ab und erst im 20. Jahrhundert gab es eine Art Wiederentdeckung des Werkes.

 

Handlung:

Prolog:

Mitridate, König von Pontus, führt einen Feldzug gegen die sich ausbreitenden Römer. Er lässt das Gerücht verbreiten, er sei gefallen, um seine Söhne Sifare und Farnace auf die Probe zu stellen.

Akt I:

Zwischen den Brüdern herrscht Konkurrenz. Beide wollen die Nachfolge ihres Vaters antreten - sowohl politisch als auch bei der Verlobten des Vaters, Aspasia. Diese bittet Sifare, sie vor Farnaces Zudringlichkeit zu schützen. Der zögert nicht und nützt die Gelegenheit, ihr seine Liebe zu offenbaren. Auch sie hat Gefühle für Sifare, hält sich aber bedeckt. Als die überraschende Nachricht eintrifft, dass Mitridate am Leben sei, möchte Farnace die Rückkehr des Vaters vereiteln. Sifare hindert den Bruder daran und ordnet sich und seine Gefühle aus Loyalität unter. Aspasia ist hin- und hergerissen. Farnace verbündet sich mit dem römischen Tribun Marzio gegen Mitridate. Der König kehrt nach verlorener Schlacht gegen die Römer heim und führt Prinzessin Ismene aus Parthien mit sich, die Farnace versprochen ist. Der zeigt allerdings keine Interesse und Mitridate sieht in Farnace einen unliebsamen Konkurrenten um seine eigene Verlobte. Er möchte ihn bestrafen.

Akt II:

Ismene klagt bei Mitridate über Farnaces Desinteresse. Der König schlägt ihr Sifare als Ehemann vor. Mitridate möchte Aspasia schnell ehelichen, doch diese zögert und nährt so sein Misstrauen. Aspasia gesteht Sifare ihre Liebe, er bekräftigt seine. Sie beschließen die Trennung, um sich nicht zu entehren. Sifare möchte das Reich verlassen und Aspasia schwankt zwischen Emotion und Vernunft. König Mitridate weiß um Farnaces Verschwörung mit dessen Verbündeten Marzio, lässt den Sohn einsperren und plant seine Exekution. Prinzessin Ismene kann dies verhindern und Farnace gesteht den Verrat, beschuldigt aber auch Sifare. Durch einen Trick bringt Mitridate Aspasia dazu, ihre Liebe zu Sifare zu verraten. Der König schäumt und die Liebenden Sifare und Aspasia wünschen sich den gemeinsamen Tod.

Akt III:

Ismene hat die Hoffnung auf Farnace noch nicht aufgegeben. Sie versucht, Mitridate zur Milde gegenüber Aspasia zu bewegen. Die Römer greifen an und der König eilt zum Schlachtfeld. Aspasia vergiftet sich und stirbt, worauf sich auch Sifare nach dem Tod sehnt und zum Kampf gegen die Römer eilt. Der eingekerkerte Farnace wird von Marzio befreit. Trotz des Versprechens einer sicheren Position im römischen Reich, erkennt Farnace seine wahre Bestimmung und möchte an der Seite seines Vaters stehen. Im scheinbar aussichtslosen Kampf und drohender Gefangenschaft stürzt sich Mitridate ins eigene Schwert. Im Sterben verzeiht er Sifare und Aspasia und erteilt seinen Segen. Als er auch noch vom heldenhaften Kampf Farnaces gegen die Römer erfährt, wird auch dieser begnadigt und der Widerstand gegen die Besatzer beschworen.

Personen:

Mithridates (Mitridate), König von Pontos und anderer Reiche, Liebhaber von Aspasia (Tenor)
Aspasia, Verlobte von Mithridates und bereits als Königin proklamiert (Sopran)
Xiphares (Sifare), Sohn von Mithridates und Stratonica, Liebhaber von Aspasia (Sopran)
Pharnaces (Farnace), Mithridates’ erster Sohn, gleichfalls Liebhaber von Aspasia (Alt)
Ismene, Tochter des Königs von Parthien, Geliebte des Farnace (Sopran)
Marcius (Marzio), römischer Tribun, Freund des Farnace (Tenor)
Arbates (Arbate), Statthalter von Ninfea (Sopran)