"Norma" im Konzertsaal

1831 uraufgeführt

Libretto: Felice Romani

Norma - Gran Teatre del Liceu Barcelona 2007

Die Titelpartie in Vincenzo Bellinis "Norma" gilt als höchst anspruchsvoll. Giuditta Pasta, eine der großen Operndiven des 19. Jahrhunderts, war für ihre vielseitige Stimme bekannt. Sie sang die Premiere und Bellini hatte sie wahrscheinlich auch beim Schreiben im Hinterkopf. Die deutsche Sopranistin Lilli Lehmann sagte über die Rolle, dass sie wie dreimal Brünnhilde (aus Richard Wagners "Ring") an einem Abend sei. Sie begründete das damit, dass sie bei Wagner von der dramatischen Emotion getragen Wort und Ton quasi automatisch unter Kontrolle habe, bei Bellinis "Norma" aber stetig darauf achten müsse.

 

Handlung:

Akt I:

Gallien, 1. Jahrhundert vor Christus. In dem von den Römern besetzten Gallien pflegt die gallische Oberpriesterin Norma ein streng geheimes Verhältnis mit dem feindlichen Prokonsul Pollione. Der Verbindung entsprangen zwei Söhne. Pollione ist mittlerweile der Beziehung müde und beschäftigt sich mit der jungen Tempelnovizin Adalgisa. Der Prokonsul plant mit seiner Geliebten nach Rom zu gehen. Adalgisa stimmt zu, vertraut sich aber nichts ahnend Norma an. Die Oberpriesterin schwört Rache.

Akt II:

Norma möchte ihre Kinder töten, bringt es aber nicht über's Herz. Sie beschließt sogar, die Kleinen Adalgisa anzuvertrauen und mit nach Rom ziehen lassen. Doch die Tempelnovizin lehnt dies ab und möchte Pollione überreden, mit Norma und den Kindern zu leben. Norma ist gerührt und die Frauen besingen ihre Freundschaft. Der römische Prokonsul lässt sich von Adalgisa allerdings nicht umstimmen. Norma fällt aus allen Wolken und hetzt ihr Volk gegen die Besatzer auf. Ein Opfer soll gebracht werden und Pollione gerät in Gefangenschaft. Norma gibt ihm noch eine letzte Chance, doch er verweigert weiterhin. Die Priesterin droht, Adalgisa opfern zu lassen und lässt einen Scheiterhaufen für eine "unkeusche Priesterin" errichten. Sie meint allerdings sich selbst und vertraut ihrem Vater Oroveso die Kinder an. Von so viel Würde beeindruckt, besinnt sich Pollione seiner Liebe zu Norma und geht mit ihr vereint zum Scheiterhaufen.

Personen:

Pollione, der römische Prokonsul in Gallien (Lyrischer Tenor)
Oroveso, der oberste Druidenpriester (Basso cantante)
Norma, Orovesos Tochter, die Oberpriesterin (Sopran)
Adalgisa, Novizin im Tempel der Irminsul (Original: lyrischer Sopran, heute oft Mezzosopran)
Klothilde, Normas Freundin (Sopran oder Mezzosopran)
Flavius, Polliones Freund (Lyrischer Tenor, kl.P.)
Zwei kleine Söhne Severs und Normas (Stumme Rollen)