"Oberto" im Konzertsaal

1839 uraufgeführt

Libretto: Antonio Piazza und Temistocle Solera

Oberto - Palacio Euskalduna de Bilbao 2007

Diese frühe Oper von Giuseppe Verdi entstand, als der Komponist noch keine große Popularität genoß und ist von den damals üblichen Prinzipien des italienischen Opernbetriebes geprägt. Im Zentrum stand die Besetzung der Aufführung mit einer bekannten Primadonna und damit unausweichlich die Erfüllung ihrer persönlichen Wünsche - der Komponist mit seiner Musik musste sich nach ihr richten. Falls der Primadonna ihr obligatorische Paradestück im Werk missfiel, kam es durchaus vor, dass sie sich für die Arie eines anderen Komponisten entschied und diese kurzerhand dazwischenschob. Verdi überarbeitete "Oberto" mehrmals, nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Besetzungen der Sänger an den verschiedenen Opernhäusern. Dieses Werk ist in seiner musikalischen Ausgewogenheit noch nicht so entwickelt wie Verdis spätere Arbeiten - das ist auch dem Diktat des damaligen Opernbetriebes geschuldet - seine Meisterschaft, zum Beispiel in den Ensembleszenen, zeigt sich aber schon sehr deutlich.

 

Handlung:

Vorgeschichte mit historischen Elementen. Oberto, der Graf von San Bonifacio, ist besiegt und verbannt. Die Sieger sind Ezzelino und die Familie Salinguerra. Riccardo Salinguerra verführte Leonora, die Tochter Obertos, verließ sie aber für Cuniza, die Schwester Ezzelinos. Der Hochzeitstag der Beiden ist gekommen und Leonora reist an, um Riccardo zur Rede zu stellen.

Akt I:

Riccardo verspricht sich durch die Hochzeit mit Cuniza mehr Macht. Leonora will ihn zur Rede stellen und trifft auf ihren Vater Oberto, der trotz Verbannung angereist ist, um die verletzte Ehre seiner Tochter wiederherzustellen. Cunizas Bauchgefühl lässt sie sorgenvoll in die Zukunft blicken. Sie trifft auf Leonora und beschließt schließlich, ihren Verlobten Riccardo mit seiner treulosen Geschichte zu konfontieren - Cuniza wusste von alledem nichts. Riccardo versucht, Leonora anzuschwärzen, aber es misslingt und Oberto fordert ihn zum Schwertkampf.

Akt II:

Cuniza ist trotz Trennungsschmerz entschlossen, Riccardo zur Rückkehr zu Leonora zu bewegen. Oberto möchte aber um jeden Preis Rache nehmen, ist er doch mit Riccardos Familie verfeindet. Riccardo ersticht den betagten Grafen Oberto und flüchtet verzweifelt und voll Schuldgefühlen. Leonora fühlt sich für den Tod ihres Vaters verantwortlich. Der geflohene Riccardo sendet einen Brief, in dem er Leonora um Verzeihung bittet und ihr alle seine Besitztümer überträgt. Leonora sieht ihre Zukunft im Kloster - ohne Alternative.

Personen:

Oberto, Graf von San Bonifacio, Bass
Leonora, seine Tochter (Sopran)
Cuniza, Schwester Ezzelinos (Sopran)
Imelda, ihre Vertraute (Mezzosopran)
Riccardo, Graf von Salinguerra (Tenor)
Hofdamen, Kavaliere, Vasallen, Offiziere, Soldaten, Dienerschaft (Chor und Statisten)