"Orfeo ed Euridice" im Konzertsaal

1762 uraufgeführt

Libretto: Ranieri de’ Calzabigi

Orfeo ed Euridice - Festival Castell de Peralada 2011

Diese Oper entstand aus der ersten Zusammenarbeit von Christoph Willibald Gluck und dem italienischen Dichter Ranieri de’ Calzabigi. Der Italiener war somit maßgeblich an der sogenannten Gluck'schen Opernreform beteiligt - er schrieb insgesamt Libretti für drei Opern von Gluck. Die Reform zielte auf eine Entrümpelung der Opera Seria ab - Überflüssiges, von der Handlung Ablenkendes sollte vermieden werden und so war es auch kein Zufall, dass der ersten Zusammenarbeit die Orpheussage zugrunde lag, die von der Macht der Musik und des Gesanges handelt. Ranieri de’ Calzabigi verwendete für "Orfeo ed Euridice" hauptsächlich Ovids Metamorphosen als Vorlage, änderte aber den tragischen Originalschluss der Sage in ein erfreuliches Ende - bewirkt durch den Liebesgott Amor.

 

Handlung:

Ort: das antike Thrakien

Akt I:

Der Sänger Orpheus betrauert den Tod seiner Ehefrau, der Nymphe Eurydike. Er fleht zu den Göttern und bittet um Gnade. Amor erscheint und verkündet, dass der Göttervater Zeus Orpheus den Abstieg ins Reich der Toten, den Hades, erlaubt. Schafft der Sänger mit seiner Kunst die Furien des Hades zu rühren, darf er seine geliebte Eurydike zurück ins Reich der Lebenden holen. Unter einer Bedingung allerdings: Orpheus darf sich auf dem Rückweg nicht zu Eurydike umdrehen!

Entschlossen macht sich Orpheus auf.

Akt II:

Cerberus - Höllenhund und Wächter des Hades - und die Furien lassen sich zäh durch Orpheus' Gesang erweichen und lassen ihn schließlich ein. Er betritt das Elysium, die "Insel der Seeligen" - die heitere, beseelte Stimmung umströmt den Sänger, doch er hat nur seine Geliebte im Sinn. Endlich erscheint sie, von den Klängen seiner Leier geleitet. Er besinnt sich auf Zeus' Bedingung, nimmt Eurydike an der Hand und läuft zum Ausgang des Hades.

Akt III:

Fast am Ziel, beklagt Eurydike die Ignoranz ihres Mannes - er sähe sie nicht an. Folglich muss seine Liebe erloschen sein. Die Vergrämte will umkehren. Davon überwältigt, dreht Orpheus sich um und Eurydike bricht zusammen. Er will sich das Leben nehmen, aber Amor verhindert dies. Die Totgeglaubte erwacht und das Paar ist glücklich vereint.

Personen:

Orpheus (Altus)
Eurydike (Sopran)
Amor (Mezzosopran)
Chor: Hirten und Hirtinnen, Furien, Selige Geister