"Rienzi" im Konzertsaal

1842 uraufgeführt

Libretto: Richard Wagner

Rienzi - Deutsche Oper Berlin 2010

"Rienzi" ist eine frühe Oper Richard Wagners, die Dritte nach "Die Feen" und "Das Liebesverbot", und war sein Durchbruch. Vom Meastro selbst als Jugendsünde abgetan, zeigt das Werk doch schon klare Ansätze der späteren Handschrift Wagners, allerdings unter deutlichem Einfluss der französischen "Grand opéra". Der Komponist selbst wollte mit "Rienzi" laut eigener Aussage aber nicht bloß nachahmen, sondern - wenig überraschend - überbieten. Inspiriert von der historischen Gestalt des spätmittelalterlichen römischen Volkstribuns Cola di Rienzo (1313-1354) und dem Roman "Rienzi, the Last of the Roman Tribunes" von Edward Bulwer-Lytton zeichnet auch bei dieser Oper (wie bei allen anderen) Richard Wagner selbst für das Libretto verantwortlich. Als Lieblingsoper Adolf Hitlers galt "Rienzi" nach dem Zweiten Weltkrieg als protofaschistisch und wurde kaum gespielt. Diese Sicht ist mittlerweile historisch überholt und die Oper erfreut sich immer größerer Beliebtheit und ist heute auch Teil des Bayreuther Kanons.

Übrigens: Falls Sie "Spiegel TV" - Seher sind, erkennen Sie ein musikalisches Motiv der Oper garantiert wieder.

 

Handlung:

Akt I:

Anhänger des Adligen Paolo Orsini versuchen, Rienzis Schwester Irene zu entführen. Adriano Colonna schützt sie und zwischen den Familien Orsini und Colonna entbrennt ein Streit. Erst Rienzi selbst kann die Lage beruhigen. Adriano sagt ihm seine Gefolgschaft zu, ist er doch auch Irenes Geliebter. Unter dem Schutz des Päpstlichen Legaten Raimondo wird Rienzi Volkstribun. Er entscheidet sich bewusst gegen eine Krönung zum König und will ein Mann des Volkes sein.

Akt II:

Rienzi siegt über die Adelsfamilien Colonna und Orsini und zieht ins Kapitol ein. Die Familien leisten den Treueschwur wider Willen und planen Rienzis Ermordung. Adriano Colonna kann ihn warnen und das Attentat schlägt fehl. Die Verschwörer werden von einem Gericht zum Tode verurteilt. Adriano und Irene setzen sich für deren Begnadigung ein und Rienzi erfüllt deren Wunsch.

Akt III:

Die Adelsfamilien planen weiterhin Rienzis Vernichtung und sammeln Kämpfer. Rienzi will kein zweites Mal Gnade walten lassen. Adriano Colonna steht nun zwischen seinem Vater und der Familie Irenes. Rienzi selbst zieht in den Kampf, siegt und der alte Colonna fällt. Sein Sohn Adriano schwört angesichts der Leiche Rache.

Akt IV:

Adriano versammelt Gegner Rienzis um sich. Rienzi selbst ist mittlerweile beim Kaiser und auch dem Papst in Ungnade gefallen und wird vom Päpstlichen Legaten mit dem Bannfluch belegt. Bis auf seine Schwester Irene wendet man sich von ihm ab.

Akt V:

Rienzi fleht zu Gott, seine politische Vision nicht zu vernichten. Irene bleibt bei ihm, obwohl er sie bestürmt, zu flüchten. Auch Adriano kann sie nicht dazu bewegen. Kämpfe tosen und das Volk fordert Rienzis Kopf. Adriano Colonna versucht, seine Geliebte aus dem brennenden Kapitol zu retten und wird mit Irene und ihrem Bruder Rienzi Opfer der Flammen.

Personen:

Cola Rienzi, päpstlicher Notar (Tenor)
Irene, seine Schwester (Sopran)
Steffano Colonna, Haupt der Familie Colonna (Bass)
Adriano, Steffanos Sohn (Mezzosopran)
Paolo Orsini, Haupt der Familie Orsini (Bariton)
Kardinal Orvieto[1], päpstlicher Legat (Bass)
Baroncelli, römischer Bürger (Tenor)
Cecco del Vecchio, römischer Bürger (Bariton)
Ein Friedensbote (Sopran)
Chor