"Rusalka" im Konzertsaal

1901 uraufgeführt

Libretto: Jaroslav Kvapil

Rusalka - Bayerische Staatsoper 2010

Jaroslav Kvapil (1868-1950) verfasste das Libretto zu der Oper nach Märchengeschichten seiner Landsleute Karel Jaromír Erben and Božena Němcová. Ähnlichkeiten in der Handlung findet man auch bei Hans Christian Andersens Märchen "Die kleine Meerjungfrau" und "Undine" von Friedrich de la Motte Fouqué. Die Russalken sind weibliche Naturgeister in der slawischen Mythologie - mit menschlichem Oberkörper und mit schuppenbedecktem Fischschwanz als Unterkörper. Jaroslav Kvapil zeigte Antonin Dvorak das Libretto, der Komponist interessierte sich für den Stoff und stellte die Oper in nur knapp sieben Monaten fertig. In Tschechien von Anfang an ein großer Erfolg, erlangte das Werk nach und nach internationale Bedeutung und ist heute auf den wichtigsten Opernbühnen der Welt zu finden.

 

Handlung:

Akt I:

Drei Elfen tollen mit dem Wassermann im See. Die Nixe Rusalka hat anderes im Kopf. Sie hat sich in einen Prinzen verliebt, der regelmäßig im Teich sein Bad nimmt. Daher möchte sie menschlich werden, um eine Seele zu haben und geliebt werden zu können. Die Hexe Ježibaba hilft mit der Bedingung, Rusalka dürfe nicht zu den Menschen sprechen. Ausserdem warnt sie vor den Folgen, wenn Rusalka des Prinzen Liebe nicht aufrechterhalten könne. Der Prinz selbst würde verdammt sein und Rusalka müsste als todbringendes Irrlicht ins Wasserreich zurückkehren. Ježibaba prophezeit diesen unheilvollen Ausgang, aber die Nixe lässt sich nicht beirren. Mensch geworden wird sie am Ufer des Sees vom Prinzen entdeckt, umworben und auf sein Schloss mitgenommen.

Akt II:

Man ist verwirrt über die Wahl des Prinzen. Die stumme Schönheit wird mit Misstrauen beäugt. Und auch der Prinz selbst stört sich an der Kälte seiner Geliebten. Obendrein beschäftigt sich der Prinz mit einer fremden Fürstin. Der Wassermann kommt, um Rusalka ins Wasserreich zurückzuholen. Sie erlangt ihre Stimme wieder, doch alle Versuche, den Prinzen zurückzugewinnen sind erfolglos. Zurück bleibt dieser dann aber doch einsam, weil die fremde Fürstin nur ihr kokettes Spiel mit ihm trieb.

Akt III:

Rusalka muss nun als todbringendes Irrlicht umherziehen und sucht abermals bei der Hexe Ježibaba um Rat an. Diese rät ihr, den Prinzen zu töten, um den Fluch zu lösen. Rusalka lehnt ab, sie liebt den Prinzen nach wie vor. Als dieser von Sehnsucht getrieben an den See kommt, bezichtigt Rusalka ihn des Treuebruchs. Der Prinz möchte sie küssen, obwohl er weiß, dass der Kuss tödlich ist. Sie küssen sich und er stirbt in ihren Armen. Rusalka bleibt unverwandelt als Irrlicht zurück.

Personen:

Drei Elfen oder Waldgeister (2 Soprane und Alt)
Vodník – Der Wassermann (Bass)
Rusalka (lyrischer Sopran)
Ježibaba – Die Hexe (Mezzosopran)
Der Jäger (Bariton)
Der Prinz (Tenor)
Der Förster (Tenor)
Der Küchenjunge (Sopran)
Die fremde Fürstin (Sopran)