"Tannhäuser" im Konzertsaal

1845 im Königlichen Hoftheater Dresden uraufgeführt

Libretto: Richard Wagner

Tannhäuser - Bayreuther Festspiele 1978

"Tannhäuser" ist die fünfte Oper, die Richard Wagner vollendet hat. Der Komponist verfasste das Libretto nach zwei Sagen: Heinrich von Ofterdingen und der Sängerkrieg auf der Wartburg, sowie der Geschichte des deutschen Minnesängers Tannhäuser. In der Sammlung "Die Sagen von Eisenach und der Wartburg, dem Hörselberge und Reinhardsbrunn" des deutschen Schriftstellers Ludwig Bechstein werden diese beiden Geschichten nacheinander geführt - Richard Wagner kam so auf die Idee, Heinrich von Ofterdingen und Tannhäuser zu einer Figur zusammenzuführen. Er überarbeitete die Oper öfters, unter anderem 1861 für die Pariser Opéra. Die französische Textfassung erstellte der Komponist mit dem Librettisten Charles Nuitter. Seit 1891 wird "Tannhäuser" auch auf dem Grünen Hügel in Bayreuth bei den Festspielen gespielt. Ein Vorhaben, das Richard Wagner schon zu Lebzeiten hegte.

 

Handlung:

Akt I:

Tannhäuser genießt das sinnliche Leben in Venus' Reich, aber verliert stetig das Interesse daran. Sein Ausruf "Mein Heil ruht in Maria" lässt die heidnische Göttin Venus samt ihrer Welt versinken und er findet sich am Fuße der Wartburg wieder. Er trifft auf Hermann, den Landgrafen, und seine Gefährten, die Tannhäuser einst wegen seiner Niederlage beim Sängerfest verließ. Als er erfährt, dass er aber mit seinem Lied das Herz Elisabeths, der Nichte des Landrafen, erweichte, willigt er ein, beim bevorstehenden Wettstreit der Sänger mitzumachen. Elisabeths Anwesenheit bei diesem spornt ihn an.

Akt II:

Elisabeth vernimmt voll Freude Tannhäusers Wiederkehr und wohnt dem Sängerfest bei. Tannhäuser liebt Elisabeth, wagt es aber wegen seiner "Beschmutzung" im Venusberg nicht, sich der Verehrten zu offenbaren. Das zu besingende Thema beim Wettsingen ist die Liebe und Tannhäuser hält nichts von der Darbietung seiner Kontrahenten - sie hätten keine Ahnung von Sinnlichkeit. Er gerät ausser sich und offenbart seine Vorgeschichte bei der heidnischen Göttin. Die herrschenden Moralgesetze verurteilen das scharf und er wird des Götzendienstes bezichtigt. Alle kehren ihm den Rücken, nur Elisabeth steht zu ihm und bewegt ihren Onkel dazu, Tannhäuser nach Rom pilgern zu lassen, um beim Papst um Vergebung zu bitten.

Akt III:

Elisabeth wartet vergeblich auf Tannhäusers Rückkehr. Sie lehnt den sie aufrichtig liebenden Wolfram ab und dieser hat eine dunkle Vorahnung ihres Todes. Tannhäuser kehrt heim, hat aber vergeblich um Vergebung gebeten. Solange aus des Papstes Priesterstab kein frisches Blatt treibt, ist für Tannhäuser die Erlösung fern. Der Sänger ist am Boden und sehnt sich in seiner Verzweiflung in den Venusberg. Elisabeth stirbt aus freien Stücken für Tannhäusers Erlösung und Tannhäuser selbst bricht über ihrem Leichnam zusammen und ist tot, "Heilige Elisabeth, bitte für mich" auf den Lippen. Pilger bringen den wie durch ein Wunder erblühten Priesterstab des Papstes und Tannhäuser ist so durch Gott selbst im Tode vergeben.

Personen:

Hermann Landgraf von Thüringen (Bass)
Tannhäuser (Tenor)
Wolfram von Eschinbach (lyrischer Bariton)
Walther von der Vogelweide (Tenor)
Biterolf (Bass)
Heinrich der Schreiber (Tenor)
Reinmar von Zweter (Bass)
Elisabeth Nichte des Landgrafen (Sopran)
Venus (Sopran oder Mezzosopran)
Ein junger Hirt (Sopran)
Vier Edelknaben (Sopran und Alt)
Chor (Bacchantinnen, Thüringischer Adel, Pilger)