"Theodora" im Konzertsaal

1750 im Theatre Royal in Covent Garden uraufgeführt

Libretto: Thomas Morell

Theodora - Großes Festspielhaus Salzburg 2009

Georg Friedrich Händel begann Ende Juni 1749 die kompositorische Arbeit an "Theodora", einem dramatischen Oratorium in drei Teilen. Bis zum 31. Juli war das Werk, das wie gewohnt auch musikalische Motive anderer Komponisten enthielt, fertiggestellt. Wie Händels "Messias" behandelt auch "Theodora" christliche Thematik, hat darüber hinaus aber eine eigens geschaffene Handlung, die Thomas Morell in sein Libretto fasste. Die Uraufführung verlief wenig erfolgreich und zu Georg Friedrich Händels Lebzeiten fand nur eine Handvoll Aufführungen statt.

 

Handlung:

Akt I:

Valens, der römische Statthalter von Antiochien, erlässt ein Dekret, dass zu Ehren des Kaisers Diocletian römischen Gottheiten festliche Opfer gebracht werden sollen - bei Androhung von Strafe. Der Offizier Septimius ist mit der Durchsetzung beauftragt. Didymus, ebenfalls römischer Offizier, bittet Valens, Menschen anderen Glaubens vom Erlass auszunehmen. Valens lehnt das ab und auch Septimius muss sich dem Befehl beugen, obwohl er Verständnis für Didymus' Haltung hat. Die Adlige Theodora ist Christin, wird abgeführt und zur Prostituion gezwungen, was sie mehr straft als der Tod. Didymus liebt sie und möchte sie retten oder sterben.

Akt II:

Das Opferfest ist im Gange und Valens lässt Theodora ausrichten, dem Fest beizuwohnen. Ansonsten würde er Soldaten schicken, um sie zu vergewaltigen. Trotz großer Angst hält die Christin an ihrem Gott fest und weigert sich, das Leben nach dem Tod vor Augen. Didymus offenbart Septimius, dass er Theodora liebe und von ihr zum Christentum bekehrt wurde. Daraufhin darf er sie besuchen und überredet sie, ihn in Verkleidung zurückzulassen und zu fliehen - "Gott wird sie schützen".

Akt III:

Die Christen feiern die Rückkehr Theodoras und beten für Didymus. Valens hat unterdessen befohlen, Theodora töten zu lassen. Sie zieht trotz Protesten los, um Didymus zur Seite zu stehen. Theodora bietet an, an Didymus Stelle zu sterben. Septimus ist davon beeindruckt, Valens weniger: Er lässt beide hinrichten.

Personen:

Theodora, eine Christin adliger Herkunft (Sopran)
Irene, eine Christin (Mezzosopran)
Septimius, ein römischer Offizier (Tenor)
Didymus, ein römischer Offizier und Christ (ursprünglich Altkastrat)
Valens, Statthalter von Antiochien  (Bass)