"Tosca" im Konzertsaal

1900 uraufgeführt

Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica

Tosca - Teatro Real Madrid 2004

Schon im Jahr 1889 hatte Giacomo Puccini darüber nachgedacht, das 1887 erschienene Drama "La Tosca" des französischen Schriftstellers Victorien Sardou zu einer Oper zu verarbeiten. Das Bühnenstück war ein enormer Erfolg mit über dreitausend Vorstellungen allein in Frankreich. Die Französin Sarah Bernhardt, "die berühmteste jemals bekannte Schauspielerin", war durch ihre Zusammenarbeit mit Sardou und die Verkörperung der Titelfigur wesentlich an der Popularität von "La Tosca" beteiligt. Puccini wollte das Stück unbedingt vertonen und drängte seinen Verleger Giulio Ricordi, mit Victorien Sardou übereinzukommen. Doch der französische Autor zeigte kein großes Interesse, sein erfolgreichstes Stück von dem zu der Zeit noch nicht übermäßig berühmten Komponisten Giacomo Puccini vertonen zu lassen. Dieser ließ sich aber nicht beirren und so kam es nach Jahren doch noch zu einer Einigung. Die davor schon bei "Manon Lescaut" und besonders "La Bohème" bewährten Giuseppe Giacosa und Luigi Illica lieferten das Libretto für eines der meistgespielten Werke der Opernliteratur.

 

Handlung:

Akt I:

Angelotti, ein politischer Gefangener, bricht aus dem Gefängnis aus und sucht bei seinem Freund Cavaradossi, einem Maler, Hilfe. Dieser erschafft gerade ein Altarbild in einer Kirche, das die flammende Eifersucht seiner Geliebten Floria Tosca, einer Sängerin, bewirkt, da sie nicht sich, sondern eine andere Frau als Vorbild des Werkes erkennt. Mit Mühe kann Cavaradossi seine Angebetete beschwichtigen. Indizien weisen aber darauf hin, dass er den Flüchtigen unterstützt und die Fahnder um Polizeichef Baron Scarpia heften sich an seine und Toscas Fersen.

Akt II:

Die Suche nach Angelotti verläuft erfolglos und schließlich wird Cavaradossi gefoltert, um den Aufenthaltsort des Gesuchten preiszugeben. Doch der Maler verrät den Freund nicht, brüllend unter Höllenqualen. Von den Schreien ihres Liebhabers gemartert, wird Tosca schwach und enthüllt Angelottis Aufenthaltsort, worauf dieser sich das Leben nimmt. Die Nachricht vom Sieg Napoleons über Österreich und die damit bevorstehende politsche Wende lassen Cavaradossi begeistert zu seiner politischen Überzeugung stehen, worauf Polizeichef Scarpia seine Hinrichtung anordnet. Tosca bittet um die Freilassung, die Scarpia nicht für Geld, wohl aber für Toscas Körper zu erwirken bereit ist. Sie willigt ein und der Polizeichef setzt einen Brief mit Order zum freien Geleit Cavaradossis auf. Weiters sagt er Tosca, dass die Erschießung Cavaradossis mit Platzpatronen durchgeführt werden soll, um den Schein zu wahren. Als Scarpia seinen Lohn von Tosca einfordert, ersticht sie ihn.

Akt III:

In der Engelsburg wird die Exekution Cavaradossis vorbereitet. Tosca schleicht sich mit dem Brief Scarpias für die Flucht aus Italien zu ihm und weist ihn an, bei der scheinbaren Hinrichtung mitzuspielen. Die Mannen nehmen Aufstellung und drücken ab. Tosca eilt nach Abzug der Soldaten zu ihm, um die Flucht voranzutreiben. Verstört stellt sie fest, dass Scarpia gelogen hat, Cavaradossi ist tot. Der Mord am Polizeichef ist mittlerweile auch entdeckt. Tosca sieht keinen Ausweg und stürzt sich in den Tod.

Personen:

Floria Tosca, Opernsängerin (Sopran)
Mario Cavaradossi, Maler (Tenor)
Baron Scarpia, Polizeichef (Bariton)
Spoletta, Gendarm (Tenor)
Sciarrone, Gendarm (Bass)
Cesare Angelotti, politischer Gefangener (Bass)
Mesner (Bass)
Schließer (Bass)E
in Hirtenknabe (Knabenalt)