"Tristan und Isolde" im Konzertsaal

1865 uraufgeführt

Libretto: Richard Wagner

Tristan und Isolde - Bareuther Festspiele 2009

Im Jahre 1857 bezog Richard Wagner das Gartenhaus der Villa Wesendonck in Zürich. Der Kaufmann Otto Wesendonck unterstützte den Komponisten schon ab 1853 finanziell und überließ ihm auch das Fachwerkhaus im Park der neu errichteten Villa, von Wagner auch "Asyl" genannt. Seine allzu enge Verbindung mit Mathilde Wesendonck, der Gattin des Industriellen, führte schließlich 1858 zu seinem Ortswechsel nach Venedig. Das Verhältnis zu den Wesendoncks inspirierte Richard Wagner zweifellos zu seinem "Tristan", mit dessen Titelheld er sich durchaus identifizierte. Der sogenannte "Tristanakkord" gleich zu Beginn des Vorspiels des Musikdramas "Tristan und Isolde" ist legendär und kann musiktheoretisch nicht eindeutig analysiert werden - was dem Stoff um Zerissenheit und Liebestod noch mehr Geheimnisvolles verleiht.

 

Handlung:

Vorgeschichte:

König Marke ist Herrscher des britischen Königreichs Cornwall. Dieses wiederum ist dem Königreich Irland zinspflichtig. Um diesen Zins einzutreiben, reist Fürst Morold nach Cornwall und verliert seinen Kopf im Kampf mit König Markes Gefolgsmann Tristan, der wiederum das Haupt Morolds an dessen Verlobte, die irische Königstochter Isolde, versendet. Tristan ist schwer verletzt aus dem Duell mit Morold gegangen, denn das Schwert des Iren war von Isolde mit Gift überzogen. Als Spielmann Tantris getarnt sucht Tristan Isolde auf. Obwohl sie in ihm den Mörder ihres Verlobten erkennt und beschließt, tödliche Rache zu nehmen, verfällt sie seinem Blick, heilt ihn und lässt ihn nach Cornwall heimkehren. Dort rät Tristan seinem Herrn Marke, Isolde zu ehelichen, um nachhaltig Frieden mit Irland zu erreichen. Das irische Königspaar gibt Markes Werben um die Tochter statt und Isolde soll mit Tristans Geleit nach Cornwall segeln.

Akt I:

Auf dem Segelboot. Isolde ist erzürnt über ihre bevorstehende Verheiratung und besonders den Brautwerber Tristan. Sie fordert durch ihre Dienerin Brangäne eine Unterredung, die dieser ablehnt. Kurwenal, Tristans Diener, verspottet Brangäne und ihre Herrin Isolde. Diese offenbart Brangäne die Geschichte um Tristans Heilung durch sie. Auf Isoldes Drohen, Cornwall ohne vorhergegangenes Treffen mit Tristan nicht zu betreten, erscheint dieser. Er willigt ein, "zu sühnen alle Schuld" am Mord ihres einstigen Verlobten Morold. Die beiden teilen sich den vermeintlichen Todestrank, den Brangäne im Auftrag Isoldes reichte. Die Dienerin brachte es aber nicht über das Herz und vertauschte den Saft mit einem Liebeselixier. In Folge entbrennen Tristan und Isolde in Liebe füreinander. Just in diesem Moment landet das Schiff in Cornwall.

Akt II:

König Marke ist auf der Jagd. Tristan und Isolde treffen sich im Garten und stellen ihre Liebe über alles - nur der Tod kann sie auf ewig binden. Brangäne warnte schon vor Melot, einem Gefolgsmann Markes, der die Liebenden verraten könnte. Die Dienerin findet kein Gehör. Doch eben Melot ist es, der König Marke alarmiert und so werden die Beiden im Garten überrascht. Tristan beschließt, Isolde in die Ewigkeit voranzugehen, provoziert Melot und wird ohne sich zu wehren durch dessen Schwert ernst verwundet.

Akt III:

Auf seiner Burg Kareol fiebert Tristan und sehnt sich von Halluzinationen getäuscht nach Isolde. Kurwenal hat nach Isolde geschickt und endlich landet die Geliebte tatsächlich. Als sie Tristan erreicht, geht er zu den Toten über. Auch König Marke landet mit seinem Schiff und Kurwenal und Melot töten sich im Kampf. Marke kam allerdings in versöhnlicher Absicht, denn Brangäne hat ihm die Geschichte um den Liebestrank erläutert. Zu spät. Isolde sinkt über Tristan "entseelt" zusammen.

Personen:

Tristan (Tenor)
König Marke (Bass)
Isolde (Sopran)
Kurwenal (Bariton)
Melot (Tenor)
Brangäne (Sopran)
Ein Hirte (Tenor)
Ein Steuermann (Bariton)
Stimme eines jungen Seemanns (Tenor)
Schiffsvolk, Ritter und Knappen. Isoldes Frauen