"Turandot" im Konzertsaal

1926 uraufgeführt

Libretto: Giuseppe Adami, Renato Simoni

Turandot - Oper San Francisco 1994

Puccini war es nicht vergönnt, seine "Turandot" zu vollenden - der Krebs kam dem Meister in die Quere. Diese Oper gründet auf dem gleichnamigen Märchenstück von Carlo Gozzi. Der Dirigent der Uraufführung, Arturo Toscanini, ließ das Werk erst ab der zweiten Vorstellung mit dem fertiggestellten Schluss von Franco Alfano enden, der bis heute der meist gespielte ist. 2001 komponierte der Italiener Luciano Berio eine Alternative, die den entscheidenden Kuss von Turandot und Kalaf musikalisch mehr ausgestaltet - wie es auch Puccini in Form eines "symphonischen Intermezzos" im Sinn hatte. Die unnahbare Turandot, die ihren Werbern drei Rätsel auf Leben und Tod aufgiebt, ist eine feste Größe im Opernrepertoire. Die Arie "Nessun dorma" ("Keiner schlafe") wurde ein Aushängeschild des großen Luciano Pavarotti und erlangte so Popularität weit über die Opernwelt hinaus.

 

Handlung:

Akt I:

Vor den Mauern der Kaiserstadt. Das Volk Chinas kennt den Brauch von Prinzessin Turandot, die ihren fürstlichen Verehrern drei Rätsel zur Lösung aufgibt. Bei Versagen wird geköpft. Diesmal ist der Prinz von Persien gescheitert und man wartet gespannt auf das Spektakel. Unterdessen kommt der entthronte Tartarenkönig Timur in der Menschenmenge zu Sturz und auf Hilferufe der Sklavin Liù eilt Kalaf heran, der sich als Timurs Sohn entpuppt. Kalaf verabscheut Turandot für ihre Grausamkeit, verliebt sich aber bei ihrem Anblick schlagartig und lässt sich nicht davon abbringen, um sie zu werben.

Akt II:

Selbst der Kaiser ist seiner Tochter Spiel müde und versucht, Kalaf abzuhalten. Dieser lässt sich aber nicht beirren und löst zur allgemeinen Überraschung die drei Aufgaben. Turandot, die ihre Kälte und die Ablehnung ihrer Werber mit einer Geschichte ihrer Ahnfrau Lo-uling begründet, bittet ihren Vater bestürzt um die Entbindung von ihrem Versprechen. Der Kaiser beharrt aber darauf, dass ein gegebenes Wort gehalten werden müsse. Nun bietet der Tartarenprinz Kalaf selbst seiner Eroberung einen Ausweg. Sie solle seinen bis dahin geheim gehaltenen Namen bis zum Sonnenaufgang herausfinden. Gelingt dies, würde er sie von ihrem Eid befreien und sich freiwillig das Leben nehmen.

Akt III:

Der alte blinde Timur und die Sklavin Liù werden von Soldaten herangeschleppt, weil sie beim Gespräch mit Kalaf beobachtet wurden und daher seinen Namen kennen müssten. Liù, die Kalaf heimlich liebt, behauptet, dass nur sie den Namen wüsste. Turandot ist von der Sklavin beeindruckt, weil sie sagt, dass sie ihre Entschlossenheit aus Liebe schöpft und der Prinzessin prophezeit, auch noch die Liebe kennenzulernen. Aus Angst, Kalafs Namen preiszugeben, nimmt sich Liù das Leben. Der Tartarenprinz versucht, Turandot von ihrer gemeinsamen Liebe zu überzeugen und durchbricht ihre Ablehnung schließlich mit einem leidenschaftlichen Kuss. Sie, sichtlich bewegt, möchte ihn wegschicken, aber er verrät seinen Namen und legt sein Schicksal so völlig in Turandots Hände.

Gemeinsam erscheinen sie vor dem Kaiser und Turandot verkündet allen den Namen des Prinzen: "Liebe". Die beiden umarmen sich glücklich und ihnen steht eine wunderbare Zukunft bevor.

Personen:

Turandot, Chinesische Prinzessin (Sopran)
Altoum, Kaiser von China (Tenor)
Timur, entthronter Tatarenkönig (Bass)
Kalaf, sein Sohn, Prinz (Tenor)
Liù, Sklavin (Sopran)
Ping, Kanzler (Bariton)
Pang, Marschall (Tenor)
Pong, Küchenmeister (Tenor)
Ein Mandarin (Bariton)
Prinz von Persien (Tenor)
Henker (stumme Rolle)
Wachen, Gehilfen des Henkers, Knaben, Priester, Mandarine, die acht Weisen, Kammerfrauen, Diener, Soldaten, die Menge etc. (Chor)