"Un ballo in maschera" im Konzertsaal

1859 uraufgeführt

Libretto: Antonio Somma

Un ballo in maschera - Teatro Real Madrid 2008

Eigentlich arbeitete Antonio Somma für Verdi am Libretto zu "King Lear" nach Shakespeare. Da entstand ein Vertrag zwischen dem Komponisten und dem Teatro San Carlo in Neapel für das Jahr 1858 und ein anderes Werk musste her, weil Verdis absolute Wunschbesetzung für die Rolle der "Cordellia" im "Lear", Maria Piccolomini, für Neapel nicht zur Verfügung stand. Die Wahl fiel auf Eugène Scribes "Gustave III." als Vorlage. König Gustav III. von Schweden war eine schillernde Persönlichkeit und ausgesprochener Kunstfreund. Am 16. März 1792 wurde er auf einem Maskenball in der Stockholmer Oper Ziel eines Attentats und starb zwei Wochen später an einer Blutvergiftung als Folge seiner Schussverletzung. Der Librettist Somma war bereit, den Stoff zu bearbeiten - allerdings unter der Voraussetzung, anonym zu bleiben. Er wurde nämlich wegen seiner Beteiligung an einem Aufstand in Venedig gegen die österreichischen Feudalherren in den Jahren 1848/49 polizeilich überwacht und wollte bei dem brisanten Thema eines Attentats auf einen König nicht in Erscheinung treten. Die Oper wurde von Neapels Zensur komplett verändert und es kam zu Demonstrationen um die künstlerische Freiheit. Schließlich entband man Verdi seiner vertraglichen Pflichten und er verließ die Stadt mit dem Vorsatz, nie wieder etwas für Neapel zu komponieren. Das Werk konnte dann im Teatro Apollo in Rom in seinem Sinne aufgeführt werden - und geriet zum Triumph.

 

Handlung:

Akt I:

Ein Maskenball am königlichen Hofe steht bevor. König Gustav liebt heimlich Amelia, die Gattin seines besten Freundes und Sekretärs Graf Anckarström. Dieser warnt vor einer Verschwörung gegen seinen Herren, wird aber nicht ernst genommen. Die Wahrsagerin Ulrica soll des Landes verwiesen werden, allerdings verteidigt sie der Page Oscar, da er all ihre Weißsagungen bisher in Erfüllung gehen sah. Der König möchte sich ein eigenes Bild machen und begibt sich mit Gefolge, allesamt verkleidet, zu Ulricas Hütte. Amelia bittet Ulrica um ein Mittel gegen ihre Liebe zum König und dieser lauscht. Ein Kraut soll Abhilfe schaffen. Ulrica sagt danach dem König seine Ermordung voraus - und wird verlacht.

Akt II:

Bei der Suche nach dem Kraut wird Amelia von Gustav verfolgt und gesteht ihm schließlich ihre Liebe. Die Beiden werden von Amelias Gatten Anckarström unterbrochen und sie verbirgt sich in letzter Sekunde unter ihrem Schleier. Anckarström warnt abermals vor den heranrückenden Verschwörern und erhält den Auftrag Gustavs, die verschleierte Dame zu schützen. Der König flüchtet. Beim Zusammentreffen mit den Verschwörern wird der Schleier gelüftet und Anckarström ist entsetzt. Er verbündet sich mit den Attentätern.

Akt III:

Anckarström will seine Frau wegen ihrer Untreue töten, zieht dann aber eine direkte Rache am König vor. Per Los wird entschieden, dass Anckarström den Dolchstoß beim bevorstehenden Maskenball vollziehen soll. Unterdessen beschließt König Gustav, Anckarström als Botschafter nach England zu entsenden und so die Ehe seines Freundes nicht länger zu gefährden. Beim Maskenball kommt es zum Dolchstoß. Der Herrscher beschwört, dass er mit Amelia nichts Unziemliches eingegangen sei und eröffnet Anckarström seine Beförderung zum Botschafter. Vor seinem Ableben vergibt er seinem Freund und schützt ihn so vor dem Zorn der aufgebrachten Menge.

Personen:

König Gustav III. von Schweden (Tenor)
Graf Anckarström, sein Freund und Sekretär (Bariton)
Amelia, dessen Gemahlin (Sopran)
Ulrica Arfvidsson, Wahrsagerin (Mezzosopran)
Oscar, Page (Soubrette)
Silvano, Matrose (Bariton)
Graf Horn, Verschwörer im Kampf gegen den König (Bass)
Graf Ribbing, weiterer Verschwörer (Bass)
Oberrichter (Tenor)
Diener Amelias (Tenor)
Hofleute, Gesandte, Offiziere, Abgeordnete, Künstler, Gelehrte, Verschworene, Diener, Maskierte, Tänzerinnen, Tänzer, Soldaten, Bürger, Bauern, Matrosen, Schiffer, Volk (Chor)